„Kite“ – mehr als nur ein Drachen - Wacker Chemie AG


Wir sind WACKER

„Kite“ – mehr als nur ein Drachen

Als Günther Reithmeier vor rund 12 Jahren zum ersten Mal in Ghana war, rannten manche Kinder vor ihm davon. Sie riefen dabei „Obruni“, der Weiße, und drückten damit aus, wie unheimlich ihnen dieser hellhäutige Mann war. Reithmeier besuchte damals den Ort Offinso, um einen Traum wahr werden zu lassen: Es sollte eine integrative Schule gebaut werden, eine Schule, in der körperbehinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden.

Mit seinem Projekt „Kite“ hat Günther Reithmeier einen Traum wahr werden lassen: Im afrikanischen Ghana baute er eine integrative Schule auf, in der körperbehinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden.

Den Anstoß zum Projekt „Kite“ hatte eine junge Frau dem Pfarrgemeinderat St. Konrad in Burghausen gegeben, in dem sich Reithmeier damals wie heute engagiert. Yvonne Ambros hatte eineinhalb Jahre als Missionarin auf Zeit in Ghana gelebt und dort das Kite Projekt mitbegründet. Man hatte sich in Offinso für den mehrdeutigen englischen Begriff „Kite“ entschieden. Das bedeutet zu Deutsch „Papierdrache“ und steht zugleich für den Raubvogel „Milan“. In Offinso stand der Name für die pfeilschnelle und direkte Hilfe für behinderte Kinder und gleichzeitig für die Chance, durch Schulbildung das spätere Leben frei gestalten zu können – frei, wie ein Drache im Wind.

Yvonne Ambros bat Reithmeier, ihr dabei zu helfen, 5.000 DM aufzutreiben, um mit dem Bau eines Schulgebäudes auf einem bereits gekauften Grundstück beginnen zu können. Reithmeier reagierte damals so, wie es für ihn als WACKER-Mitarbeiter typisch ist: „Was ist in zehn Jahren?“ fragte er und fügte hinzu: „Ich beteilige mich gerne an dem Projekt, aber es muss nachhaltig sein.“

Bald stellte sich heraus: Es waren keine 5.000 DM nötig, sondern mindestens 260.000 DM. Reithmeier begleitete den Bau als Ingenieur und schaffte es mit seinen Mitstreitern im Förderverein, genügend Geld für die Schule aufzubringen. Neben Reithmeier engagierten sich dabei vor allem Dorothee Wokusch und später mit Christine und Franz Wimmer zwei weitere Wackerianer. Im August 2003 begann der Unterricht mit 20 Kindern. Mittlerweile besuchen rund 800 Kinder die Schule, zu der inzwischen auch eine Unterkunft für behinderte Internatskinder gehört, eine Physiotherapiepraxis und ein Speisesaal.

Bei WACKER in Burghausen leitet Günther Reithmeier den Bereich Technische Serviceleistungen.

Der Leiter Technische Serviceleistungen hat mit seinem Verein in den vergangenen zwölf Jahren knapp 450.000 Euro in das Schulprojekt investiert und war inzwischen acht Mal in Ghana. Wenn er jetzt nach Offinso kommt, laufen die Kinder nicht mehr weg, sondern umringen ihn in einer dichten Traube. Manchmal spielt „Mr. Gunther“ auch Fußball mit den Kindern; zum Beispiel mit Evans, einem einbeinigen Jungen, der sich geschickt auf seinen Krücken abstützt, wenn er aufs Tor schießt. „Mit einfachen Mitteln kann man viel erreichen“, sagt Reithmeier.

Das gilt übrigens nicht nur für das Kite-Projekt in Ghana, sondern auch für „FranzisKo“ in Altötting – Reithmeiers zweites großes Herzensprojekt. Hier kümmert er sich um Kinder aus der Region, die eine besonders intensive sozialpädagogische Betreuung benötigen – wobei das eben manchmal auch heißen kann, mit den Kindern schwimmen zu gehen oder in der Vorweihnachtszeit Lebkuchen zu backen.

Wer sich näher für die Projekte von Günther Reithmeier interessiert, findet Infos auf folgenden Websites: www.kite-ghana.de und www.franziskushaus-altoetting.de .