Arbeiten unter Palmen - Wacker Chemie AG


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Arbeiten unter Palmen

Amit Kumar Paul forscht seit fast 30 Jahren an Siliconen. Er stand schon im Labor von Metroark, als WACKER mit dem indischen Partner 1998 ein Joint Venture einging. „Damals waren wir zu dritt“, erinnert sich der Chemiker. Mittlerweile sind zehn Leute in seinem Team – und das regionale Kompetenzzentrum wird weiter ausgebaut.

Amit Kumar Paul (3. von rechts) entwickelt mit seinem Team maßgeschneiderte Siliconprodukte für den indischen Markt.

Mitte Januar hat WACKER das erweiterte Technical Center in Amtala in der Nähe von Kalkutta eingeweiht. Auf nun 1.800 Quadratmetern steht hochmoderne Anwendungstechnik. Amit Kumar Paul ist stolz auf das erstklassige Testequipment, mit dem sein Team neue Siliconprodukte für die Region entwickelt.

Traditionell sind die indischen Entwickler spezialisiert auf Silicone für die Textilindustrie. Doch Paul und seine Mannschaft haben sich in letzter Zeit auch bei den Herstellern von Shampoos, Hautcremes, Waschmitteln oder bei Automobilzulieferern einen Namen gemacht.

Die Uhren in Indien ticken schneller als anderswo. „Unsere Kunden haben meist keine Zeit, auf die hundertprozentige Lösung zu warten“, sagt Amit Kumar Paul. „Es geht vor allem ums Tempo und um den Preis.“ Er kann sich noch gut an den ersten Auftrag eines Konsumgüter-Multis erinnern. „Da haben wir innerhalb von sieben Tagen eine Siliconemulsion für ein Shampoo entwickelt.“ Das Tempo hat sich gelohnt: Heute ist WACKER mit diesem Kunden weltweit im Geschäft.

Vier Frauen und fünf Männer arbeiten im Team von Amit Kumar Paul. Das Besondere an seinem Team? Da muss Paul nicht lange nachdenken. „Alle sind jung und sehr dynamisch“, sagt er. So wie Kalkutta, wo die meisten von ihnen wohnen. „Das Armenhaus Indiens hat sich in den letzten zehn Jahren drastisch verändert“, erzählt der 53-Jährige. Zwar gebe es immer noch Slums, auch im Zentrum. Doch es werde viel gebaut, neue Unternehmen entstünden. Damit wachse die Mittelschicht in der Millionenstadt.

Amtala dagegen, Sitz von Wacker Metroark Chemicals Pvt. Ltd., ist nur ein kleines Dorf. Wenn man von Kalkutta aus nach Süden Richtung Gangesdelta fährt, wird die Gegend immer grüner. Nach einer Stunde Fahrt ist die Produktionsstätte erreicht. In der Umgebung wachsen Kokospalmen und Reis. Landwirtschaft prägt die Region.

Gearbeitet wird hier von 8:30 bis 19:00 Uhr, montags bis freitags. „Das ist toll“, sagt Amit Kumar Paul und lacht. Bis 1998 hatte er noch eine Sechs-Tage-Woche. Da blieb kaum Zeit für die Familie.

Die Entwickler aus dem Technical Center werden morgens von Firmenautos oder Kleinbussen eingesammelt. Zusammen mit ihren Kollegen aus der Produktion werden sie auch abends wieder nach Hause gefahren. „Amtala ist außerdem so klein, dass es hier keine Restaurants gibt“, erzählt Amit Kumar Paul. Das Mittagessen gibt es daher für alle in der Kantine. Das stärkt ganz nebenbei die Gemeinschaft.