Kaffee auf Russisch - Wacker Chemie AG


Wir sind WACKER

Kaffee auf Russisch

Wenn Dr. Alexander Serov morgens ins Büro kommt, hat er schon die erste Geduldsprobe hinter sich: Stau, wieder einmal. Fast eine dreiviertel Stunde verliert er täglich, weil Moskaus Straßen verstopft sind. Und das ist noch wenig, manche Kollegen kosten die langen Autoschlangen noch mehr Zeit. Alltag in der Megacity mit ihren zwölf Millionen Einwohnern, aber für Serov ist der Verkehrskollaps nicht der Rede wert. Er schwärmt lieber vom Kaffee…

Dr. Alexander Serov (zweiter von links) und seine Moskauer Kollegen treffen sich mehrmals täglich an der Kaffeemaschine. Ganz nebenbei entstehen so die besten Ideen.

Nicht dass Russland für Kaffee berühmt wäre, traditionell trinkt man viel schwarzen Tee. Es ist die Kaffeemaschine in der Büroküche. Sie ist so etwas wie der Motor von WACKER Russland, hier treffen sich alle ein paar Mal am Tag. „Der Kaffee katalysiert die besten Ideen und Geschäfte bei uns, wenn man’s mal chemisch sagen will“, scherzt Serov.

Sein 25-köpfiges Team betreut einen riesigen Markt: Neben Russland auch die GUS-Staaten – ein Territorium von 21 Millionen Quadratkilometern, das sich über 12 Zeitzonen erstreckt. Drei Kollegen sitzen in Kiew und ein Sales Manager betreut Sibirien von Novosibirsk aus. Ab Sommer dieses Jahres wird es außerdem in Südrussland einen WACKER-Stützpunkt geben. „In Russland sprechen zwar alle Russisch. Aber das ist auch schon die einzige Gemeinsamkeit – die kulturellen Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen sind größer als zwischen Deutschland und Italien“, erklärt Serov die zunehmende Regionalisierung.

Dabei fing auch WACKER ganz klassisch in Moskau an. Vor 20 Jahren, 1994, nur zwei Jahre nach der Auflösung der Sowjetunion, wurde die Repräsentanz im Süden der Hauptstadt eröffnet. Seitdem hat WACKER es bis auf den Roten Platz geschafft: Die bunten Zwiebeltürmchen der St. Basilius-Kathedrale, das Wahrzeichen Russlands, wurden mit Farben auf WACKER-Siliconharzbasis restauriert. „Das ist natürlich eine schöne Sache“, kommentiert Serov, „aber am Markt zählen ganz andere Dinge: Unser Technical Center mit der Super-Frost-Klimakammer zum Beispiel.“

Sergey Bezruchko, Sales Director Construction Polymers CIS, ergänzt: „Für unsere Kunden ist es Gold wert, dass wir simulieren können, wie sich unsere Polymere und Baustoffzusätze bei -40°C verhalten. So können wir zusammen mit dem Kunden die optimale Rezeptur entwickeln. Das kann nicht jeder.“ Seit 2003 berät das Team Kunden von Almaty bis Wladiwostok in allen technischen Belangen. Die Kollegen forschen auch an der Frage, wie man dem extremen Klima mit langlebigen, frostsicheren Baumaterialien beikommt, „denn Winter ist es in Russland noch immer geworden“, schmunzelt der Mittfünfziger.

Auch eine WACKER ACADEMY gibt es seit 2008 in Moskau. Die Trainer arbeiten eng mit dem Technical Center und der Vertriebsmannschaft zusammen, um den Kunden Service aus einer Hand zu bieten. Nur beim Teamvolleyball-Turnier im Sommer, gibt es keine Freundschaft unter den Teams. Hier geht es ums Ganze. Aber spätestens am nächsten Tag an der Kaffeemaschine sprechen alle wieder eine Sprache: Trinkst du noch einen Kaffee?