Eine runde Sache - Wacker Chemie AG


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Eine runde Sache

Mit Eigeninitiative und viel Herzblut haben sechs WACKER-Frauen ein internes Mentoring-Programm für weibliche Führungskräfte ins Leben gerufen.

Im Mentoring Circle (von oben links im Uhrzeigersinn): Corinna Müller, Dr. Birgit Schwab, Kristina Wilde, Sabine Zallinger. Von Anfang an mit im Kreis, aber hier nicht auf dem Foto: Dr. Yvonne Oelsner und Antje Grübler.

Kristina Wilde ist ein bisschen genervt. „Immer diese Frauen-Fragen“, stöhnt sie. Frauenprogramme, Gleichstellungspolitik, Frauenquote... „Frauenförderung hat doch immer noch ein Gschmäckle und niemand will gerne Quotenfrau sein“, meint die Einkaufs-Managerin. „Ich mache beim Mentoring Circle nicht mit, weil ich eine Frau bin, sondern weil ich Mentoring toll finde.“

Kristina Wilde und ihre fünf Mitstreiterinnen haben den Mentoring Circle bei WACKER auf eigene Faust gegründet. Sie alle haben schon vor Jahren am Cross Mentoring München teilgenommen, wo der weibliche Führungsnachwuchs von 20 Unternehmen sich über Firmengrenzen hinweg mit Mentoren austauscht.

„Wir haben uns damals gefragt, warum es so etwas nicht auch intern bei WACKER gibt“, erzählt Birgit Schwab. Beherzt greift die Koordinatorin für Förderprojekte und Hochschulbeziehungen bei Butterbreze und Keksen zu. Ebenso beherzt wurde die Idee angegangen, selbst ein Mentoring-Programm aufzusetzen.

Im Sommer 2012 startete der erste Jahrgang, mit sieben Mentorinnen und sieben Mentees. „Natürlich haben wir uns zuerst gefragt, ob wir jemanden um Erlaubnis bitten müssen. Typisch weiblich“, sagt Birgit Schwab und lacht. „Wir haben verschiedene Leute angesprochen, die Idee hier und da vorgestellt. Solange, bis jemand aus der Personalabteilung gesagt hat: Jetzt machen Sie mal.“

Im aktuellen Jahrgang gibt es zehn Tandems. Ein Jahr lang treffen sich Mentorin und Mentee, meist im Abstand von vier bis sechs Wochen. Die Tandems sollen Frauen mit ähnlichen Interessen zusammenzubringen. Das funktioniert, erzählt Corinna Müller, obwohl die Teilnehmer aus ganz verschiedenen Bereichen stammen, von der Forschung bis in die Verwaltung. Häufig gehe es um den Umgang mit Mitarbeitern, sagt Sabine Zallinger. Außerdem wollen viele Mentees ihren Karriereweg reflektieren. Wohin will ich mich weiterentwickeln? Wo sind meine Stärken und Schwächen? Wie kann ich Kinder und Karriere verbinden?

Freunde oder enge Kollegen seien da keine optimalen Gesprächspartner, sie seien befangen. „Ein Mentor ist erst mal neutral“, meint Corinna Müller. „Und außerdem ist es toll, zu erleben, dass jemand Fremdes sich so viel Zeit für einen nimmt.“ Auch die Mentorinnen profitieren von dem gemeinsamen Jahr, da sind sich die Frauen schnell einig. „Man denkt über seine eigenen Wege nach“, sagt Sabine Zallinger. „Und natürlich lernt man viel in puncto Führungs- und Beratungskompetenz.“

Das Fernziel ist ein konzernweites Mentoring für alle. „Das müssen dann aber andere organisieren“, sagt Kristina Wilde und lacht. Ein erster Schritt wird gerade getan: Die Personalentwicklung plant ein Pilotprojekt mit Mentoring für Männer und Frauen.

Ihr Baby wollen die Frauen vom Mentoring Circle aber noch lange nicht abgeben. „Dazu macht es uns viel zu viel Spaß“, sagt Sabine Zallinger. Im September 2014 startet der nächste Jahrgang. Bewerben können sich Frauen in Führungspositionen oder mit Aussicht darauf.