Der Langstreckenläufer - Wacker Chemie AG


Wir sind WACKER

Der Langstreckenläufer

Dr. Jürgen Küpfer ist weder Forscher noch Verkäufer. Sein Team ist keinem Geschäftsbereich zugeordnet. Und wenn er ein neues Projekt beginnt, gibt es zwar einen konkreten Marktbedarf, aber es gibt weder einen Kunden noch ein Produkt. Ziemlich schwierig hört sich das an.

Dr. Jürgen Küpfers Team entwickelt Spezialprodukte für das Geschäft von morgen. Mit im Bild: Die Laboranten Christina Spatzl und Helmut Oswaldbauer.

Das Team des 47-Jährigen ist bei WACKER zuständig für den Aufbau neuer Geschäfte mit Spezialprodukten. Gerade arbeiten seine Produktentwickler zum Beispiel an Additiven, die für das Verkleben von Rotoren großer Windkraftanlagen gebraucht werden. Um die beiden Hälften der Rotorblätter zusammenzufügen, braucht man Hunderte Kilogramm Klebstoff. Mit immer größeren Windanlagen muss auch der Klebstoff immer mehr aushalten. Die Additive aus Küpfers Labor sollen dafür sorgen, dass der an sich spröde Klebstoff Stöße oder Schläge besser verkraftet.

Küpfers Job ist es, zusammen mit potenziellen Kunden an neuen, marktreifen Produkten zu arbeiten. Eine Aufgabe, die nicht nur mit chemischen Formeln, sondern auch viel mit betriebswirtschaftlichem Zahlenwerk zu tun hat. Schließlich erwarten die Kunden von einer neuen Lösung immer auch einen wirtschaftlichen Vorteil. „Es hilft nichts, herausragende Produkte zu haben, wenn der Kunde sie nicht bezahlen kann oder will“, erklärt Küpfer.

Als Marathonläufer beweist der WACKER-Forscher Dr. Jürgen Küpfer nicht nur im Beruf, sondern auch in seiner Freizeit Ausdauer und Durchhaltevermögen.

Für Küpfer, der selbst in den neunziger Jahren in der zentralen Forschung an Flüssigkristallpigmenten gearbeitet hat, ist der Job zwischen Laptop und Labor eine ideale Kombination: „Ich wollte schon immer ein wenig über den Tellerrand hinausschauen“, sagt er. Eine Aufgabe, die viel Ausdauer verlangt. Für Marathonläufer Küpfer kein Problem. Der schlanke, großgewachsene Mann ist niemand, der sich im Detail verliert. Strukturiert und konzentriert erklärt er, wie sein Team die Innovationsstrategie von WACKER umsetzt.

Trotzdem, sagt Küpfer, sei Innovation im Alltag ein hartes Brot. Oft seien die WACKER-Produkte sehr gut – aber das spiele nur eine Nebenrolle, wenn Kunden unter Druck geraten oder der Markt sich schnell wandelt. „Deswegen haben wir hier auch eine schlanke Mannschaft und kurze Entscheidungswege", erklärt Küpfer. Im Idealfall agiert sein Team wie ein internes Startup. „Schließlich können wir nicht einfach drei, vier Wochen weiterforschen, wenn sich die Situation ändert“, sagt Küpfer. „Da muss man robust sein und darf sich nicht frustrieren lassen.“

In den nächsten Jahren will Jürgen Küpfer mit seinem Team den Leichtbau und die Composite-Industrie weiter begleiten. „Da wird es viele Anwendungen geben, die wir heute noch gar nicht erkennen können“, sagt er. Auch für thermoplastische Silicone sieht er viele Chancen. Sein Traum ist es, einer wirklich großen und für WACKER dauerhaft lukrativen Innovation zum Durchbruch zu verhelfen. Die Ausdauer dafür hat er.