Reise durch die Zeit - Wacker Chemie AG


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Reise durch die Zeit

Es war ein weiter Weg vom „Volkseigenen Betrieb Chemiewerk Nünchritz“ bis zum modernen WACKER-Standort des Jahres 2014: Wolfgang Korneli gehört zu denen, die jeden Schritt auf diesem Weg mitgegangen sind.

Wolfgang und Karin Korneli vor dem Rathaus in Riesa, wo die beiden vor mehr als 30 Jahren geheiratet haben.

Fast wäre es gar nicht dazu gekommen. Denn im Herbst 1983 ist es für Korneli gar nicht so einfach, eine Stelle im VEB Chemiewerk Nünchritz zu bekommen. Dabei erfüllt er alle Voraussetzungen: Er hat Abitur, einen Facharbeiterbrief und ein mit Bestnoten abgeschlossenes Studium der Verfahrenstechnik. Aber: Er hat seine Lehrzeit in Guben an der polnischen Grenze absolviert und soll deshalb nach dem Studium zu seinem Ausbildungsbetrieb „delegiert“ werden. Korneli will jedoch nicht nach Guben. Er will nach Nünchritz, denn er hat dort ein paar Jahre zuvor ein Mädchen aus dem nahe gelegenen Riesa kennengelernt.

Wolfgang Korneli stellt sich in der Kaderabteilung in Nünchritz vor und hat Glück. Er darf als junger Ingenieur anfangen und den Bau einer Anlage mit vorbereiten, die für damalige Verhältnisse sehr modern ist. Für die Lohnbuchhaltung gilt das allerdings nicht: Das Gehalt wird 1983 noch in bar ausgezahlt. Der Mann an der Kasse zählt das Geld laut vor und Korneli bekommt mit „was die beiden vor mir in der Schlange verdienen.“

Am 21. Mai 1983 heiratet Wolfgang Korneli das Mädchen, das ihm fünf Jahre zuvor bei der Hochzeit seiner Schwester begegnet ist. Es ist die Cousine des damaligen Bräutigams und sie hat denselben Vornamen wie Kornelis Schwester: Karin. Das führt zu einem erstaunlichen Wechselspiel, das Wolfgang Korneli so beschreibt: „Meine Schwester hieß Karin Korneli und heißt jetzt Karin Schandert. Meine Frau hieß Karin Schandert und heißt jetzt Karin Korneli.“

Seine Frau Karin, eine begabte Künstlerin, ist in der Kantine in Nünchritz vertreten – nicht persönlich, aber mit ihren Bildern, die sie im Speiseraum ausstellt.

Ein Wechselspiel ganz anderer Art vollzieht sich nach der Wende im Chemiewerk. Ein Unternehmen aus dem Westen übernimmt den VEB, legt die alten Anlagen still und führt die moderneren weiter – darunter die einzige Trichlorsilananlage, die es in der DDR gegeben hatte. Aber richtig „neuer Schwung“, so Korneli, kommt erst in das Werk, als es 1998 von WACKER übernommen wird. Schon kurz darauf werden in Kornelis Bereich neue Anlagen gebaut, die er später verfahrenstechnisch betreut. Das Schöne an dem neuen Eigentümer: „WACKER hat uns von Anfang an als vollwertigen Partner integriert“, so Korneli. Der Verantwortungsbereich des 56-Jährigen ist mit den Jahren kontinuierlich gewachsen – heute ist er Leiter der verfahrenstechnischen Betreuung Downstream, also bei der Herstellung von Zwischen- und Endprodukten. Übrigens: Sein Sohn hat denselben Berufsweg eingeschlagen und arbeitet als Chemie-Ingenieur bei der Verfahrensentwicklung in Burghausen. Und seine Frau Karin, eine begabte Künstlerin, ist in der Kantine in Nünchritz vertreten – nicht persönlich, aber mit ihren Bildern, die sie im Speiseraum ausstellt.

Wolfgang Korneli und seine Frau wollten immer in Nünchritz bleiben, auch während der Wendezeit. In die Ferne zieht es sie nur im Urlaub: Ihren 30. Hochzeitstag haben sie letztes Jahr auf den Seychellen gefeiert.