Proteine für die Medikamente der Zukunft - Wacker Chemie AG


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Proteine für die Medikamente der Zukunft

Kleines Team, große Verantwortung: Das Team Projektmanagement der Wacker Biotech GmbH in Jena besteht aus gerade mal vier Personen. Keine von ihnen arbeitet im Labor. Sie alle vier tragen dazu bei, dass aus Forschung gute Medizin werden kann.

Das Team Projektmanagement (von links nach rechts): Susanne Dilsen, Ilona Koebsch, Julia Schümann, Thomas Schüler.

Es ist schon keine einfache Sache, ein neues Medikament zu entwickeln. Noch komplizierter aber wird es, wenn es darum geht, die Wirkstoffe für ein solches Medikament in großen Mengen, in hervorragender Qualität und zu einem akzeptablen Preis herzustellen. Genau dafür ist die Wacker Biotech GmbH in Jena zuständig. „Wir sind ein Auftragshersteller für biopharmazeutische Produkte“, sagt Project Manager Dr. Julia Schümann.

Auftragshersteller bedeutet: Der Kunde, zumeist ein Pharmaunternehmen, wendet sich an WACKER mit der Bitte, ein bestimmtes Protein herzustellen, das als Wirkstoff für ein neues Medikament vorgesehen ist. „Wir testen dann, ob unsere spezielle Technologie dafür anwendbar ist“, erklärt Julia Schümann. „Wenn das der Fall ist, entwickeln wir einen Herstellungsprozess, bei dem am Ende das Protein als Lösung vorliegt.“ Entscheidende Helfer dabei sind E. coli-Bakterien, die WACKER für seine Technologie namens ESETEC® einsetzt.

Julia Schümann und die drei anderen Project Manager haben zwar alle einen Doktortitel, aber selbst entwickeln sie keine maßgeschneiderten Pharmaproteine. „Wir sind vielmehr die Schnittstelle zwischen den Kunden und den Kollegen im Labor und in der Produktionsanlage“, so Julia Schümann. „Über uns läuft die Kommunikation, wir sorgen dafür, dass Termine eingehalten, Entscheidungen getroffen, Probleme gelöst und die Wünsche des Kunden umgesetzt werden. Manchmal treiben wir die Leute an.“ Und schmunzelnd fügt die 33-Jährige hinzu: „Wir werden deshalb von den Kollegen auch liebevoll Wadlbeißer genannt.“ (Wadenbeißer: bayerische Umgangssprache für jemanden, der andere antreibt).

Das Spannende an der Arbeit des Projektmanagementteams, sagt Julia Schümann, seien die vielen Kontakte: „Wir bekommen Einblick in alle Bereiche, die an der Herstellung eines solchen Medikamentenwirkstoffs beteiligt sind. Außerdem arbeiten wir mit Kunden auf der ganzen Welt zusammen. Dabei lernen wir verschiedenste Mentalitäten und Unternehmenskulturen kennen.“

Zu den bislang schönsten Erfolgen zählt ein Bakterienstamm, den die insgesamt 85 Mitarbeiter in Jena für die Herstellung eines Krebsmedikaments entwickelt haben. Julia Schümann: „Als nächsten Schritt müssen wir jetzt ein Produktionsverfahren erarbeiten, das die großtechnische Herstellung erlaubt und alle Qualitätsanforderungen für ein Medikament berücksichtigt. Wenn alles gut läuft und die klinischen Studien erfolgreich sind, dann könnten wir einen wichtigen Beitrag für ein Medikament zur Bekämpfung von Krebs leisten.“

Biopharmazeutika sind die Medikamente der Zukunft. Die Wacker Biotech GmbH hat deshalb Anfang 2014 ein Biotech-Unternehmen in Halle übernommen, das sich ebenfalls auf die Herstellung von Pharmaproteinen spezialisiert hat. Die „Scil Proteins Production GmbH binden wir natürlich in unsere Aktivitäten mit ein“, erklärt Julia Schümann. „Seit dem 1. Januar 2014 haben wir zwei neue Kolleginnen aus Halle mit im Team.“