106 Jahre WACKER - Wacker Chemie AG


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106 Jahre WACKER

Mehr WACKER geht fast nicht: Auf zusammen 106 Jahre Firmenzugehörigkeit kommen Urgroßvater, Großvater, Vater und Sohn einer Familie aus Burghausen. Den Anfang macht 1922 Franz-Xaver Graf, der in diesem Jahr die Kantine übernimmt und sie 23 Jahre lang führt. Jedes Jahr lädt er arme Kinder zum Weihnachtsessen ein.

Familie Gregory ist seit vier Generationen bei WACKER. Drei davon sind hier zu sehen: Dr. Xaver Gregory (links), sein Sohn Frank (rechts) – und auf dem historischen Foto ganz rechts im weißen Hemd Franz-Xaver Graf, der anno 1922 als erster der Dynastie bei WACKER startete.

Wie sehr sein Herz an WACKER hängt zeigt Franz-Xaver Graf während des Zweiten Weltkriegs: Englische Bomber über Burghausen, Fliegeralarm, alles flüchtet in den Luftschutzbunker – nur der Wirt bleibt alleine in der Küche und kümmert sich um das Essen für die Belegschaft. Eine Tochter des Kantinenwirts heiratet später den Elektromeister Karl Gregory.

Der Elektromeister leitet den den Bau der ersten 100.000-Volt-Umspannstation und gehört 40 Jahre lang zur WACKER-Belegschaft. Die Familie Gregory lebt damals in einer Dachwohnung im heutigen Personalgebäude LP 27. Dort hilft der Werkarzt am 18. November 1935 einem Jungen auf die Welt, der später als „Herr der Pulvertürme“ in die Geschichte von WACKER eingehen wird: Xaver Gregory. Als Kind ärgert er sich über den weiten Schulweg vom Werksgelände bis zur Altstadt von Burghausen – und er verschwendet keinen Gedanken daran, jemals bei WACKER zu arbeiten.

Chemie allerdings fasziniert ihn, schon im Gymnasium nimmt er es als zusätzliches Wahlfach. Später studiert und promoviert er an der TU in München, arbeitet nebenher bei WACKER als Werkstudent. „Ich war immer in verschiedenen Labors beschäftigt“, erinnert er sich, „und das hat mir richtig gut gefallen. Nach dem Studium habe ich mich aus vielerlei Gründen für WACKER entschieden – ich kannte ja das Werk und die Leute.“ 1962 fängt er als Chemiker an, im Laufe der Zeit leitet er acht verschiedene Bereiche.

Seinen größten Erfolg feiert er im Bereich Dispersionspulver - durch verfahrenstechnische Neuerungen verhilft er WACKER zur weltweiten Technologieführerschaft bei der Dispersionspulverherstellung. 1997 geht Xaver Gregory in Rente – aber noch heute ist ein Vortragsraum in der WACKER ACADEMY nach ihm benannt.

Dr. Xaver Gregory (l.) erblickte im Jahr 1935 in der Dachwohnung des heutigen Personalgebäudes (der schmucke Altbau links im Hintergrund) das Licht der Welt. Rechts neben ihm sein Sohn Frank Gregory, Marketing Manager für das Osteuropa-Team von WACKER POLYMERS.

Xaver Gregorys Sohn Frank wird 1969 geboren. Chemie gehört nicht zu seinen Lieblingsfächern in der Schule. Aber es gibt viele Wege, die zu WACKER führen. Nach dem Kantinenwirt, dem Elektromeister, dem Chemiker folgt in der vierten Generation ein Industriekaufmann. Frank macht von 1991 bis 1993 seine Lehre – und er hat nicht nur gute Erinnerungen daran: Das Unternehmen und die Ausbildung gefallen ihm, aber richtig nervig wird es, wenn er als Azubi in verschiedenen WACKER-Betrieben anruft und sich erkundigt, wie weit die Abfüllaufträge sind. Denn dabei wird er regelmäßig gefragt, ob er „der“ Herr Doktor Gregory sei und weshalb er sich denn nach den Abfüllaufträgen erkundigt – das sei doch Sache der Azubis. „Ja“, antwortet Frank Gregory dann, „ich bin auch nur der Sohn.“

Nach der Lehre studiert Frank Betriebswirtschaft. „Ich hatte nicht die Absicht, die Familientradition fortzuführen“, sagt er. Nach dem Studium arbeitet er zehn Jahre lang bei einem kleineren Unternehmen. Dann will er sich verändern, bewirbt sich bei mehreren Firmen: „Das beste Angebot kam von WACKER, nicht nur finanziell, sondern auch, was die Aufgaben betrifft.“ Seit 2008 setzt er nun doch die Familientradition fort – als Marketing Manager für das Osteuropa-Team von WACKER POLYMERS.

Voriges Jahr im November kam Frank Gregorys Sohn Daniel zur Welt – ein Wackerianer in der fünften Generation? „Kinder sollen sich frei entfalten und entwickeln“, meint Frank Gregory, „wenn mein Vater mich gedrängt hätte, wäre ich niemals zu WACKER gegangen.“ Es wird also keinen sanften Druck in Richtung WACKER geben. Und wenn der jüngste Gregory doch bei WACKER landen sollte, dann nur aus dem gleichen Grund, wie die vier Generationen vor ihm – aus eigener Überzeugung.