Wo die Sonne aufgeht - Wacker Chemie AG


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Wo die Sonne aufgeht

Auch das ist ein schönes Jubiläum: Seit mittlerweile 20 Jahren kümmert sich Hauptbrandmeister Detlev Dreistein von der Burghauser Werkfeuerwehr um Waisenkinder in Kenia. Und er hat noch viel vor.

Hauptbrandmeister Detlev Dreistein in der Feuerlöscherwerkstatt der Werkfeuerwehr am Standort Burghausen.

„Es gibt Tabletten gegen Malaria“, sagt Detlev Dreistein, „aber es gibt nichts gegen das Ich-komm-wieder-nach-Kenia-Fieber.“ Der Mann weiß, wovon er spricht. Er verbringt 1985 einen Tauchurlaub in Kenia – seither lassen ihn das Land und seine Menschen nicht mehr los.

Seine damalige Reiseleiterin kümmert sich um Straßenkinder. Dreistein erfährt erst Jahre später davon und tut dann genau das, was er auch als Feuerwehrmann bei WACKER tut: Er hilft. Diese Hilfe wird auch dringend gebraucht, besonders nachdem Leila, die Reiseleiterin, von einer reichen Hotelbesitzerin ein riesiges Grundstück geschenkt bekommen hat. Dort entsteht das „Children of the Rising Sun Home“, ein Waisenhaus mit Schlafunterkünften und einem Aufenthaltsraum – keine Lehmhütten, sondern solide Bauten aus Korallengestein und Zement mit einem Blechdach.

Nicht nur das Waisenhaus kostet Geld, sondern auch die Betreuung der Kinder. Detlev Dreistein kümmert sich in Deutschland vor allem darum, Sponsoren und Pateneltern für die Waisenkinder zu finden – für 62 Euro im Jahr kann ein Kind mit dem Nötigsten versorgt werden. Jedes Jahr im Februar organisiert er für Interessenten und Unterstützer eine Reise nach Kenia. „Ich nehme immer elf oder zwölf Personen mit und zeige ihnen das Land jenseits der Touristenpfade“, erzählt der 58-Jährige.

Gefüllte Töpfe dank Spendengeldern: Schüler aus dem „Children of the Rising Sun Home“ mit Detlev Dreistein, der seit zwanzig Jahren Sponsoren und Pateneltern für Waisenkinder in Kenia findet.

In Kenia kümmert sich Dreistein von 1994 an um seinen Ziehsohn Abdi. Der Junge läuft mit zehn Jahren von Zuhause weg, aus Angst, dass sein Vater ihn verstümmelt und zum Betteln zwingt – so, wie er es zuvor mit Abdis Schwester gemacht hat. Nur ganz langsam fasst Abdi Vertrauen, doch die Geduld seiner Betreuer lohnt sich. „Heute arbeitet er als Koch“, erzählt Detlev Dreistein und betont, dass alle Kinder im „Rising Sun Home“ nicht nur eine Ausbildung, sondern später auch einen Job erhalten – die meisten als Köche, Hotelangestellte oder Gärtner. Manche absolvieren nach der Grundschule noch die so genannte Hochschule, die pro Kind und Jahr rund 1.000 Euro kostet. Doch das Geld ist gut investiert: Ein Junge brachte es zum Architekten, ein Mädchen absolvierte eine Ausbildung zur Chemielaborantin.

Im Laufe der Jahre wächst das „Children oft he Rising Sun Home“ langsam aber stetig. Heute leben dort nicht nur 70 Waisenkinder, sondern es gibt auch eine Grundschule für 750 Schüler und einen Kindergarten mit 300 Plätzen. Dazu kommen eine Nähschule mit elf Nähmaschinen und eine Computerschule mit 21 Computern. Es gibt ein Gewächshaus und einen Garten mit 300 Obstbäumen, die von den Kindern mit Wasser aus zwei hauseigenen Brunnen gegossen werden. „Sorgen macht mir nur die politische Lage in Kenia“, sagt Dreistein. Es gab in letzter Zeit vereinzelte Anschläge, die den Tourismus gefährden – und damit die Lebensgrundlage für viele Kenianer.

Im April 2016 wird Detlev Dreistein in den Vorruhestand gehen. Für die Zeit danach hat er bereits konkrete Pläne: „Ich werde erst den Jakobsweg gehen und dann auf einem Containerschiff nach Südamerika fahren. Aber letztendlich werde ich mich in Kenia niederlassen.“ Er will sich dann dauerhaft vor Ort um die Rising-Sun-Kinder kümmern. Warum er das tut? „Ich möchte nicht eines Tages spurlos verschwinden“, sagt Detlev Dreistein, „sondern ich möchte etwas hinterlassen. Andere tun das durch ihre eigenen Kinder. Aber ich habe selber keine Kinder. Deshalb setze ich mich gerne für diese Kinder in Kenia ein.“

Wer sich für das Projekt „Children of the Rising Sun Home“ interessiert, findet Informationen auf folgender Website: www.children-of-the-rising-sun.org