Drei gemeinsam im Wandel der Zeiten - Wacker Chemie AG


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Drei gemeinsam im Wandel der Zeiten

Das WACKER-Werk in Köln gibt es seit 1961. Ludwig Wittek, Hartmut Guhr und Anton Schmitz können dort insgesamt 132 WACKER-Berufsjahre vorweisen. In diesen dreimal 44 Jahren haben sie den Wandel von der Mechanik zur Hochtechnologie miterlebt.

Dreimal 44 Jahre im Werk Köln: (v.l.) Hartmut Guhr, Ludwig Wittek und Anton Schmitz.

Ludwig Wittek lernt WACKER 1969 kennen, zu einer Zeit, als der deutsche Bundeskanzler noch Kurt Georg Kiesinger heißt. Der 13-Jährige Ludwig absolviert ein Schülerpraktikum, das ihm richtig Spaß macht. Sein Ausbilder führt ihn durch die Anlagen und Ludwig schaut von einer 40 Meter hohen Werkbrücke hinunter auf die Rohrleitungen. Es dampft und zischt und brummt. Ludwig ist fasziniert. Ein Jahr später fängt er als Lehrling bei WACKER an – und er bleibt seinem Arbeitgeber ein Leben lang treu.

Dabei sind die ersten Jahre richtig hart. Für Ludwig, aber auch für Hartmut und Anton, die ebenfalls ab 1970 ihre Lehrjahre absolvieren. Die Ausbildung als solche ist interessant und abwechslungsreich. „Aber die Amtssprache im Werk war Bayerisch“, erinnert sich Ludwig Wittek, „fast die Hälfte der Mitarbeiter kamen aus Burghausen – und wenn Burghauser sich unterhalten, dann braucht man als Kölner schon einen wachen Verstand, um dem zu folgen.“

Ihren wachen Verstand können die drei Nachwuchskräfte auch sonst gut gebrauchen. Denn alle drei fangen als Mechaniker an und entwickeln sich im Laufe der Jahre zu Hightech-Spezialisten. Zu Beginn der 1970er-Jahre gibt es im Werk noch Kanarienvögel, die zur Sicherheitskontrolle eingesetzt werden. „Bevor wir in einen Behälter eingestiegen sind, haben wir erst den Vogel samt Käfig abgeseilt“, so Ludwig Wittek, „wenn er nach zwei Minuten noch piepte, sind wir eingestiegen.“ Obwohl nie ein Kanarienvogel zu Schaden kommt, werden die Tiere um das Jahr 1974 herum von einem Gas-Chromatographen abgelöst, der den Gehalt an Sauerstoff und Stickstoff überprüft.

Hartmut Guhr, Anton Schmitz und Ludwig Wittek (v.l) starteten anno 1970 ihr Lehre bei WACKER – und sind dem Standort Köln bis heute treu geblieben.

Und auch sonst verändert sich vieles. Das Werk Köln wächst: Eine Acetaldehyd-Anlage nimmt den Betrieb auf, später auch eine Polyethylenanlage. Beide werden in den 1980er-Jahren wieder stillgelegt. Das Werk Köln ist in dieser Zeit ein großer Produzent für PVC – eine Aktivität, die heute von der Vinnolit GmbH & Co. KG fortgeführt wird und den Standort prägt. Im Jahr 1990 wird die VINNAPAS®-E-Dispersionsanlage eingefahren, die heute Vinylacetat-Ethylen-basierende Dispersionen (VAE) für WACKER POLYMERS produziert.

Immer dabei sind Ludwig Wittek, Hartmut Guhr und Anton Schmitz. Letzterer entwickelt sich vom Techniker zum Software-Engineer. Heute arbeitet der 58-Jährige mit an der Prozessleittechnik der Produktionsanlage für Vinylacetat-Ethylen-Dispersionen. Diese Produkte werden unter anderem als Bindemittel für die Klebstoffindustrie verwendet. Hartmut Guhr, 59, ist für Sicherheitsfragen und Instandhaltung zuständig. Und Ludwig Wittek, 58, ist technischer Sachbearbeiter und Vorarbeiter im Bereich Elektro-, Mess- und Regeltechnik. Alle drei kümmern sich um das so genannte „Störgeschäft“ – sie helfen also dabei, Störungen im technischen Ablauf zu verhindern oder zu beheben.

Beruflich haben die drei mehr Jahre miteinander verbracht als mit ihren Frauen. Privat aber gehen sie verschiedene Wege. Ludwig Wittek verbringt seine Freizeit mit der Familie. Wenn noch Zeit bleibt, unternimmt er eine Spritztour mit dem Motorrad. Hartmut Guhr engagiert sich in einer Karnevalsgesellschaft, Anton Schmitz reist gerne durch Europa. „Bei der Weihnachtsfeier sitzen wir natürlich schon an einem Tisch“, betont Ludwig Wittek, „und auch sonst sind wir ein eingespieltes Team, bei dem sich jeder absolut auf die anderen verlassen kann.“ Alle drei wollen bis zum Ruhestand bei WACKER bleiben. „Denn 44 Jahre WACKER sind nicht nur eine Ehre“, sagt Ludwig Wittek, „sondern auch eine Verpflichtung“.