Die Umwelt-Sheriffs - Wacker Chemie AG


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Die Umwelt-Sheriffs

Nein, Sturmgewehre nehmen sie hier nicht. „Schusswaffen und Munition bitte im Büro des Sheriffs abgeben“, heißt es schon Wochen vorher in den Aushängen zum „Hazardous Waste Day“ in Adrian (Michigan). Gefragt dagegen sind Lösungsmittel, gebrauchtes Motoröl, Terpentin, alte Farbe und Reinigungsmittel. „Man muss es den Leuten erklären“, sagt Bryan Alexander. „Wer weiß schon, was Sondermüll ist?“

Sie haben den Hazardous Waste Day auf die Beine gestellt: (hinten von links) Lucy Oldfield, Bryan Alexander, Hugh Flack, Loren French; (vorne von links) Sean Tennison, Sharon Nicholson, Cheryl Stout, Jeff Creech.

Alexander arbeitet seit 2011 bei WACKER in Adrian. Als Umweltmanager Nordamerika ist er verantwortlich für alles, was Ökologie betrifft – und damit auch für den Sondermüll-Tag. Die Sammlung veranstaltet WACKER zusammen mit einer anderen Firma, Anderson Development, einmal im Jahr – abwechselnd auf dem jeweils eigenen Werkgelände. Alle Einwohner des Bezirks Lenawee können sich gratis gefährlicher Stoffe entledigen.

Ein gutes Dutzend WACKER-Mitarbeiter macht als Freiwillige mit, auch CEO Dr. Ingomar Kovar ist jedes Jahr dabei. Wer mit dem Sondermüll direkt zu tun hat, wird trainiert und erhält Schutzkleidung – bis hin zum Tyvek-Anzug, wie ihn Katastrophenhelfer tragen: ein weißer Einteiler mit Haube und Gesichtsschutz. „Darunter kann es ganz schön heiß werden“, weiß Alexander.

Überraschend, was die Leute aus Schuppen und Kellern zu Tage fördern. So entledigte sich in diesem Jahr ein Nachbar eines ausgedienten Feuerlöschers mit 200-Liter-Tank. Auch der schiere Umfang der Ausbeute ist beeindruckend. Rund 22 Tonnen Sondermüll waren es diesmal, darunter zweieinhalb Kubikmeter Pestizide und 19 Kisten Leuchtstoffröhren. Die Materialien werden von einer Spezialfirma in Container verladen, zum Recycling gebracht oder professionell entsorgt. Insgesamt kamen mehr als 166 Tonnen Giftmüll zusammen, seit WACKER die Initiative vor 17 Jahren gründete.

Für die Einwohner von Lenawee ist die Aktion, die stets an einem Samstag stattfindet, auch ein Familientag. Viele bringen die Kinder mit und fahren anschließend zu einem nahen Umweltzentrum. Dort warten Streichelzoo, geführte Wanderungen durch ein Naturschutzgebiet und Informationen zum Umweltschutz. Auch dabei helfen WACKER-Mitarbeiter wie Lucy Oldfield. Sie stellt ein Programm zur Förderung von Bluebirds (Hüttensänger) vor und gibt Tipps, wie Nachbarn in ihrem Garten eigene Nistkästen aufbauen können.

Offiziell beginnt die Sondermüll-Sammlung um acht Uhr morgens, doch schon eine Stunde früher fahren Wagen vor. Die ersten hundert Besucher erhalten eine Blumenampel als Dankeschön. Genau 403 Autos zählte das WACKER-Team in diesem Jahr. Ist der Vorrat an Pflanzengift und Motoröl, den die Leute horten, nicht irgendwann erschöpft? „Wir denken jedes Jahr, dass wir weniger sammeln werden, aber die abgegebenen Mengen gehen nie zurück“, sagt Alexander.

Für die Veranstaltung wirbt das WACKER-Team schon Wochen zuvor mit Inseraten, Radiointerviews und Aushängen. Dabei wird auch gesagt, was nicht gebracht werden soll. Trotzdem sammeln die WACKER-Mitarbeiter neben Giftstoffen auch immer größere Mengen Haushaltsmüll. Was will man machen, wenn einer neben alten Farbdosen auch noch Tapetenreste mitbringt? „Wir versuchen, so wenig wie möglich zurückzuweisen“, sagt Alexander. Bis auf Schusswaffen, versteht sich.