Neunmal Bronze - Wacker Chemie AG


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Neunmal Bronze

Neun Bronzemedaillen auf einen Streich: Bei den 7. Paralympischen Spielen Asiens, ausgetragen im Januar 2014 in Myanmar, sahnte Singapurs Tischtennis-Team ab. Und wer hatte den Erfolg möglich gemacht? Kin Peng Low. Im Hauptberuf ist er Director Engineering bei Siltronic in Singapur. In seiner Freizeit trainiert er die paralympische Nationalmannschaft.

Eine engagierte Familie: Kin Peng Low (rechts) mit seiner Ehefrau Sandy Chew und den Söhnen Austin und Triston (2. und 3. von links).

Angefangen hat das vor rund drei Jahren, als der Präsident des Tischtennisverbands der Behinderten den Ingenieur fragte, ob er gelegentlich als Sparringspartner aushelfen könne. Low, ein begeisterter Hobbysportler, sagte zu. „Und dann kam ich als Trainer ins Gespräch, weil sie fanden, dass ich ganz passabel spiele“, erzählt er.

Das ist eine leichte Untertreibung. Zum einen hat der schlanke Herr Low schon als Siebenjähriger mit Tischtennis angefangen und war in Wettbewerben selbst sehr erfolgreich. Zum anderen braucht es, um ein guter Trainer zu sein, auch Sozialkompetenz und Organisationstalent: Die Geduld, einem Spieler im Rollstuhl zum hundertsten Mal den Ball aufzuheben. Die detaillierte Reiseplanung, wenn es zu Wettbewerben geht – bis hin zu der Frage nach behindertengerechten Toiletten. „Die Logistik ist häufig ein Albtraum“, ist Lows Erfahrung. Wenn der Manager darüber nachdenkt, wie die Welt in hundert Jahren aussehen könnte, dann wünscht er sich mehr Innovationen, die Behinderten das Leben erleichtern.

Inzwischen helfen auch Ehefrau Sandy und die 16 und 17 Jahre alten Söhne Austin und Triston beim Training. So hat sich das Ehrenamt zur Familienunternehmung gewandelt – mit pädagogischem Nebeneffekt: „Unsere Söhne gehen heute ganz unbefangen mit Behinderten um“, sagt Low. „Sie lernen gleichzeitig, wie privilegiert sie als Nichtbehinderte sind.“ Er selbst habe seine „Soft Skills“ verbessert, was ihm auch im Berufsalltag als Führungskraft nutze. Im Jahr 2007 kam der gebürtige Singapurer als Abteilungsleiter zu Siltronic. In einem Gemeinschaftsunternehmen mit Samsung produziert Siltronic in Singapur Siliciumwafer.

Heute arbeiten in Lows Team 91 Mitarbeiter. Viele der Kollegen spielen Tischtennis und treten sogar in Turnieren gegeneinander an. Low würde gern einmal einen Wettbewerb zwischen der Belegschaft und seinem paralympischen Team organisieren. Das würde, findet er, gut zum Unternehmen passen. Denn: „Bei uns wird Leistung anerkannt, egal wer sie erbringt.“ Eins ist freilich jetzt schon klar: Leicht werden es die Kollegen gegen die Paralympioniken nicht haben. Denn die trainieren unter Lows Anleitung wie Profis – und sind mindestens genauso ehrgeizig wie Nichtbehinderte.