6.000 Räder und ein Feuerwehrmann - Wacker Chemie AG


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6.000 Räder und ein Feuerwehrmann

Wenn es eine Rangliste der fahrradfreundlichsten Unternehmen gäbe, dann wäre auch WACKER in Burghausen dabei: Auf knapp 6.000 Dienstfahrrädern rollen die Mitarbeiter zum Termin, zur Begehung, zurück zum Arbeitsplatz oder zum Parkplatz. Ein kleines Team der Werkfeuerwehr hält jedes dieser Räder perfekt in Schuss.

In der Burghauser Fahrradwerkstatt: (von links) Benjamin Peter, Michael Bichler, Otto Sallerspeck und Martin Wirth.

Otto Sallerspeck kennt jeden Handgriff auswendig: Schnell und routiniert packt er das silberfarbene 28-Zoll-Rad und hängt es an zwei Haken unter der Decke auf. Er prüft den Rahmen auf Rostschäden, kurbelt die Pedale, kontrolliert den Sattel, die Bremsen, das Vorder- und das Rücklicht. Nach 15 Minuten klebt er eine Sicherheitsplakette auf den Rahmen. Das Rad hat den Sicherheitscheck bestanden.

Jedes Dienstfahrrad landet einmal im Jahr bei Otto Sallerspeck und seinen Kollegen zum „Fahrrad-TÜV“ in der Werkstatt. „Im Schnitt überprüfe ich täglich fast 20 Räder“, erzählt der 49-Jährige, „und das seit zehn Jahren.“ Kleinere Mängel beseitigt er selbst, etwa wenn die Lampe gewechselt oder der Sattel ausgetauscht werden muss. Größere Reparaturen übernimmt eine externe Firma. In diesem Fall gibt Sallerspeck ein Leihrad an seine Kunden aus.

„Vom Lehrling bis zum Manager kommen Leute aus allen Bereichen zu mir – ich lerne sie alle kennen“, sagt Otto Sallerspeck und erklärt mit diesen Worten, weshalb er diesen Job gerne macht. Die Fahrradwerkstatt gehört zu den vielen Dienstleistungen, die von der Werkfeuerwehr immer dann erbracht werden, wenn gerade kein Notfall vorliegt und keine Übungen anstehen. Bei einem Notfall-Einsatz sperrt Sallerspeck die Werkstatt selbstverständlich zu und rückt mit seinen Kollegen im Werkgelände aus. Falls sich dann anschließend die Räder bei ihm stapeln, bekommt er Unterstützung von Kollegen, die in der Werkstatt nebenan die Feuerlöscher überprüfen.

„Pro Schicht sind immer mindestens 17 meiner insgesamt 76 Mitarbeiter vor Ort – und mindestens einer von diesen 17 arbeitet in der Fahrradwerkstatt“, erklärt Dr. Niels Friede, Leiter der Abteilung Gefahrenabwehr/Brandschutz. Der 42-Jährige hat vor einiger Zeit entschieden, dass alle neuen Räder mit pannensicheren Reifen ausgestattet sein müssen, auch wenn sie etwas teurer sind. „Aber wir vermeiden so 200 bis 300 Radpannen im Jahr“, sagt Friede und fügt hinzu: „Seit letztem Jahr schaffen wir nur noch Damenräder neu an – die sind sicherer als Herrenräder, weil man leichter auf- und absteigen kann.“

Aber wer bekommt eigentlich ein Dienstfahrrad? „Sollte eine Nutzung bereits vorhandener Räder nicht möglich sein. kann im Prinzip jeder Mitarbeiter über seinen Vorgesetzten eine Dienstradanforderung stellen“, sagt Friede, „die landet dann bei uns – und wir bestellen das Rad.“ Und falls jemand Probleme mit der 28-Zoll-Standardgröße hat, kann es auch Sonderbestellungen für kleinere Fahrräder geben.

Die meisten Mitarbeiter sind mit ihrem Dienstrad so zufrieden, dass sie sich gar nicht mehr davon trennen wollen. Manchmal kann das auch zu Problemen führen. „Es gab schon Fälle, wo ein Rad den Sicherheitscheck nicht bestanden hat“, so Niels Friede, „aber der Besitzer meinte, es sei doch in einem hervorragenden Zustand.“ In einem solchen Fall schaltet sich Friede persönlich ein und erklärt dem Kunden der Fahrradwerkstatt, dass „Gefahrenabwehr“ manchmal auch bedeuten kann, dass ein Dienstrad ausgemustert werden muss.