Gelebte Tradition - Wacker Chemie AG


Wir sind WACKER

Gelebte Tradition

Dirndl drahn, Plattler tanzen, Goaßl schnalzen... Schon die Kollegen im sächsischen Nünchritz schütteln da wohl den Kopf. Und WACKER-Mitarbeiter in Shanghai oder São Paolo haben erst recht keine Ahnung, worum es bei den Aktivitäten des Trachtenvereins Almenrausch-Lindach geht. Für viele Menschen in Burghausen ist das Vereinsangebot aber gelebte Tradition. „Wir wollen hier keine Show abziehen“, sagt WACKER-Mitarbeiter Michael Straßer, der im Trachtenverein aktiv ist. „Für uns gibt es eine klare Grenze zwischen Brauchtum und Kitsch.“

Philipp Landsberger (links), Selina Krause und Michael Straßer vom Trachtenverein Almenrausch-Lindach. Der prächtige Maibaum steht im Burghauser Stadtpark.

Wer den Geist des Stammwerks in Burghausen verstehen will, der kommt an Institutionen wie dem Trachtenverein nicht vorbei. Hier geht es nicht um Abgrenzung – Tradition gegen Moderne oder Einheimische gegen Zugereiste. Im Gegenteil, für viele Familien, die nach Burghausen kommen, bietet der Trachtenverein die Gelegenheit, Anschluss zu finden. So gebe es etwa etliche Norddeutsche im Verein, erzählt Straßer, der Volkstanzwart.

Schon bei der Gründung 1920 waren es die Gastarbeiter, die im Almenrausch-Lindach eine neue Heimat fanden. Der bäuerliche geprägte Burghauser Trachtenverein wollte damals mit den mittellosen Burschen aus Tölz oder Miesbach nichts zu tun haben, die als „Fabrikler“ zu WACKER kamen und in der Neustadt wohnten. Also gründeten diese einen neuen Verein. Aus dieser Zeit stammt auch noch die original Miesbacher Tracht.

Seither ist der Trachtenverein eng mit WACKER verbunden. Fast alle Werkleiter waren Mitglieder und viele Familien haben eine Vereinsbiographie, die ebenso lang ist wie ihre Verbindung zu WACKER. Auch die Straßers, seit drei Generationen bei WACKER, sind zurzeit mit drei Generationen im Trachtenverein aktiv, vom Großvater bis zur jüngsten Enkelin. „Das Schöne ist, dass bei uns im Verein alle per Du sind, quer durch die Hierarchien“, sagt Michael Straßer, der in der WACKER-Standortkommunikation arbeitet.

Michael Straßer (links), Selina Krause und Philipp Landsberger in original Miesbacher Tracht im Burghauser Stadtpark. Dort hat der Trachtenverein Almenrausch-Lindach sein Vereinsheim.

Er selbst hat als Teenager in den 1980er-Jahren vor japanischen und amerikanischen Gästen des Chemiekonzerns Volkstänze aufgeführt. Heute tanzt er nur noch ab und zu mit, „um die Schritte nicht ganz zu vergessen“. Außerdem lernt er gerade Zither im Verein. Das Instrument hat er vom Vater übernommen, der als Chemiker bei WACKER eine Institution war. Jeden Donnerstag radelt Straßer in der Mittagspause zum Vereinsheim und erhält dort kostenlosen Unterricht.

Der Verein hat heute mehr als 500 Mitglieder. Außerdem gibt es 85 aktive Kinder und Jugendliche im Alter bis 27 Jahren, die tanzen, schuhplatteln oder musizieren. Sie treten sogar bei Wettkämpfen gegen andere Vereine an, im Preisplatteln etwa. Da zähle nicht nur die plattlerische Leistung, sondern auch das Aussehen, berichtet Michael Straßer. Er erläutert: „Die Tracht muss vollständig sein, die Schuhe ordentlich geputzt. Und Tattoos oder Ohrringe passen da eher nicht ins Bild.“