100 JAHRE WACKER - Wacker Chemie AG


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100 JAHRE WACKER

Festakt zum 100. Geburtstag des WACKER-Konzerns

Bei einem Festakt in München feierten am 13. Oktober 2014 rund 500 hochrangige Gäste aus Industrie, Wissenschaft und Politik gemeinsam mit Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG und dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer den 100. Gründungstag des Konzerns. Am 13. Oktober 1914 hatte der Kaufmann Alexander Wacker die „Dr. Alexander Wacker, Gesellschaft für elektrochemische Industrie KG“ ins Handelsregister eingetragen.

Peter-Alexander Wacker, Horst Seehofer, Dr. Rudolf Staudigl
Beim Festakt in München: Aufsichtsratsvorsitzender Peter-Alexander Wacker, der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer und Vorstandsvorsitzender Rudolf Staudigl (von links).

„Als Flaggschiff der bayerischen Chemie“ bezeichnete Ministerpräsident Horst Seehofer die Wacker Chemie AG. An die Konzernführung wandte er sich mit den Worten: „Sie leben den Leitspruch bayerischer Erfolgsgeschichte: nicht Vergangenheit verwalten, sondern Zukunft gewinnen.“

Zugleich hob Seehofer in seiner Ansprache die Leistungen der bayerischen Wirtschaftspolitik hervor, zu der unter anderem eine solide Haushaltsführung gehöre. In der Verkehrspolitik stellte Seehofer den Gästen in Aussicht, dass die Schienen- und Autobahnanbindung von Burghausen und des Chemiedreiecks vorangetrieben und noch bestehende Lücken geschlossen werden.

Peter-Alexander Wacker, Aufsichtsratsvorsitzender der Wacker Chemie AG und Urenkel des Firmengründers, erinnerte in seinem Vortrag an seinen Urgroßvater. Mit großer Entschlossenheit, Ausdauer und Mut habe Alexander Wacker sein Unternehmen zum Vorreiter der Elektrochemie in Deutschland gemacht. Der von ihm geschaffene Konzern habe immer wieder die Kraft gefunden, sich zu verändern, zeichne sich durch Langfristigkeit im Denken und Handeln aus und habe von Anfang an auf kundenorientierte Innovationen gesetzt.

Vor allem aber habe sein Urgroßvater Begeisterung für die Zukunft gezeigt, betonte Wacker. „Creating tomorrow’s solutions“ sei der selbstformulierte Anspruch des Konzerns. Einige große Zukunftsthemen habe WACKER bereits erfolgreich angepackt, darunter den Einstieg in die Biotechnologie und in das Geschäft mit Solarsilicium sowie den Ausbau eines globalen Produktions- und Vertriebsnetzes speziell in Asien und China. In den USA stehe Charleston kurz vor der Fertigstellung – ein weiterer Produktionsstandort für Polysilicium und zugleich der Grundstein für einen integrierten Verbundstandort im zweitgrößten Chemiemarkt der Welt.

„Die größten Wachstumstreiber von morgen sind die Globalisierung und der Wunsch der Menschen nach mehr Wohlstand“, schloss Peter-Alexander Wacker seine Rede. In Deutschland liege der Pro-Kopf-Bedarf für chemische Erzeugnisse bei etwa 1.500 Euro im Jahr, in China bei etwa 150 und in Indien bei rund 60 Euro. „Diese Zahlen verdeutlichen das enorme Potenzial“, sagte Wacker weiter. Für die Zukunft des Konzerns sei er deshalb uneingeschränkt optimistisch.

Rudolf Staudigl, Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG, erinnerte in seinem Vortrag an die große Geschichte der deutschen Chemie – und die Beiträge die WACKER zu ihr geleistet habe. Dazu zählte er:

  • das 1. WACKER-Verfahren zur Herstellung von Acetaldehyd und Essigsäure aus Acetylen,
  • die Acetylen-Chemie, aus der in den 20er- und 30er-Jahren Polyvinylacetat, Polyvinylalkohol und PVC hervorgingen,
  • den Beginn der Siliconforschung 1947,
  • das in den späten 50er-Jahren entwickelte 2. WACKER-Verfahren zur Herstellung von Acetaldehyd aus Ethylen, das dem Konzern den Umstieg auf eine petrochemische Rohstoffbasis ermöglichte
  • und den Beginn der Polysilicium-Produktion ebenfalls Ende der 50er-Jahre.

„Auch wenn die Basis unserer Chemie zum Teil Jahrzehnte zurückliegt, sie hat sich immer wieder neu erfunden“, erinnerte Staudigl. „Von der Carbid-Chemie, Essigsäure-, Klebstoff- und PVC-Chemie, über Halbleiterprodukte und Silicon-Chemie bis zu Solarsilicium hat sich unser Produktportfolio ständig gewandelt.“ Mit Silicium liefere WACKER das Basismaterial für hochintegrierte Elektronik und Photovoltaik. Die Biotechnologie eröffne dem Konzern eine neue Welt, deren Wachstumspotenzial riesig sei. Die Zukunft, prognostizierte Dr. Staudigl, werde sich in den Grenzgebieten von Chemie, Physik, Biologie und Informationstechnik abspielen. „Bei den großen Themen unserer Zeit ist WACKER dabei“, zeigte sich der Vorstandschef überzeugt.

Besucherrekorde beim Tag der offenen Tür

Burghausen/Freiberg/Köln/Nünchritz – Über 200 Unternehmen und mehr als 20 Hochschulen aus ganz Deutschland haben auf Initiative des Verbands der chemischen Industrie (VCI) am vergangenen Samstag, dem 20. September ihre Pforten geöffnet und rund 300.000 Besuchern Einblicke in die Welt der modernen Chemie gegeben. Auch WACKER öffnete an diesem Tag die Tore von vier seiner Werke in Deutschland und feierte mit Mitarbeitern, Familienangehörigen, Nachbarn und anderen Gästen das 100. Gründungsjubiläum des Konzerns. Rund 20.000 Interessierte nutzten in Burghausen die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen des Werks zu werfen. In Nünchritz wurden 4.000 und am Siltronic-Standort Freiberg 2.500 Besucher gezählt. In Köln-Merkenich, wo die drei Standortpartner WACKER, Vinnolit und Xervon den Tag der offenen Tür gemeinsam organisiert hatten, kamen 350 Gäste.

Ein buntes Rahmenprogramm, eine tolle Bühnenshow, ein glückliches Händchen beim Wetter und die Chance, sonst nicht mögliche Einblicke in die Produktionsbetriebe zu nehmen, sorgten in Burghausen für einen neuen Besucherrekord. „Vor allem die mehr als 100 Informationsfahrten zu elf verschiedenen Betrieben sowie die Werkrundfahrten per Bus, die alle fünf Minuten vor der Pforte-Süd abgingen, waren ein sehr begehrter Programmpunkt“, berichtet Klaus Millrath, Leiter der Werkkommunikation in Burghausen. Über 300 Mitarbeiter waren am Tag der offenen Tür als Helfer im Einsatz und sorgten damit für eine rundum gelungene Veranstaltung.

Einen tollen Ausklang fand der Tag beim anschließenden Mitarbeiterfest auf dem Parkplatz vor dem Belegschaftshaus: Rund 1.000 Mitarbeiter und Familienangehörige feierten das 100-jährige Jubiläum des Unternehmens. Vorstandsvorsitzender Dr. Rudolf Staudigl schnitt eine riesige Geburtstagstorte an und die Frankfurter Band „The Gypsys“ sorgte für Stimmung auf der Bühne.

Auch die Besucher des sächsischen Standorts Nünchritz nutzten mit großem Interesse die Möglichkeit, Einblicke in das Werk und seine Betriebe zu nehmen. „Die Rundfahrten und Besichtigungstouren waren restlos ausgebucht – da blieb kein Platz frei“, berichtet Standortsprecherin Asta Tehnzen-Heinrich. Großen Zulauf hatten auch die Stände, an denen Mitarbeiter ihre Hobbies und Aktivitäten vorstellten – wie den Staffellauf über 100 Kilometer zu Ehren des 100. Gründungsjahres des Unternehmens. Die vielseitige Bühnenshow bezauberte Jung und Alt. Rund 190 Mitarbeiter des Standorts packten aktiv als Betreuer an – an den Ständen ebenso wie in den Betrieben oder Bussen. Ähnlich wie in Burghausen spielte auch das Wetter mit: Trotz schlechter Prognosen gab es in Nünchritz tagsüber reichlich Sonne und nur eine kurze „Dusche“, sodass der Tag zu einer rundum gelungenen Veranstaltung wurde. Erst später bei der Helferparty begann es dann ausgiebig zu regnen.

„Großes Glück“ mit dem Wetter hatte auch der 60 Kilometer südlich von Nünchritz gelegene Siltronic-Standort Freiberg, wie Sprecherin Ute Fredersdorf bilanziert. Freitagabend habe man noch bei einem Unwetter aufgebaut, aber pünktlich zu Beginn des Tags der offenen Tür habe der Regen aufgehört. Zu den Besonderheiten der Freiberger Veranstaltung gehörte, dass sich die Besucher auf geführten, eigens abgesperrten Wegen frei durch das Werkgelände und die Betriebe bewegen konnten – von einem Stand zum anderen. Rund 130 Mitarbeiter wirkten als Standbetreuer mit und erklärten den Gästen mit sichtlichem Stolz die verschiedenen Prozessschritte der Waferherstellung. „Wir haben großen Wert darauf gelegt, dass unsere Mitarbeiter möglichst nur halbe Tage eingesetzt waren“, berichtet Ute Fredersdorf. „So konnten sie auch mal mit der eigenen Familie ihr Werk besuchen und das Fest genießen.“

Im Chemiepark Köln-Merkenich gaben etwa 45 Mitarbeiter von WACKER POLYMERS sowie der Standortbetreiber und -partner Xervon und Vinnolit den Besuchern einen Einblick in die Produktion, Infrastruktur und die Sicherheitseinrichtungen des Werks. Abgerundet wurde das das Ereignis, zu dem viele Familienangehörige und auch ehemalige Mitarbeiter kamen, durch ein kleines Unterhaltungsprogramm: Der örtliche Kindergarten sorgte für die Kinderbetreuung, ein Mitarbeiter spielte live mit seiner Band und in der Kantine wurde ein Imbiss angeboten.