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Earth Overshoot Day 2020 - Unser Engagement zum Ressourcenerhalt

Am 22.08.2020 ist der Earth Overshoot Day für das Jahr 2020 - der Tag, an dem die Nachfrage der Menschheit nach ökologischen Ressourcen und Dienstleistungen die Menge übersteigt, die die Erde in diesem Jahr regenerieren kann. Anders ausgedrückt: Die Menschheit bräuchte 1,75 Erden, um ihren aktuellen Lebensstil zu erhalten.

Deshalb ist es umso wichtiger, sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen einzusetzen. Auch WACKER leistet einen wertvollen Beitrag.

Im Interview: Dr. Kirill Rachinskyi, Waltraud Haas und Daniel Hofstetter aus der Abteilung Services & Processes zur Analyse von Nachhaltigkeit in der Lieferkette bei WACKER:

1. Welchen Beitrag leistet WACKER zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen entlang der Lieferkette?

„Um die Nachhaltigkeitsleistung und den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen entlang der Lieferkette zu messen und zu verbessern ist WACKER im Jahr 2015 der Initiative Together for Sustainability (TfS) beigetreten. Ziel dieser Initiative der chemischen Industrie ist die Entwicklung und Implementierung einer globalen, standardisierten Vorgehensweise zur Überprüfung und Verbesserung von nachhaltigen Praktiken in der Supply Chain. Neben der Transparenz in der Lieferkette werden zunehmend und gemeinsam mit unseren Lieferanten Verbesserungspotenziale im Umgang mit Ressourcen diskutiert und angestrebt.“

2. Wie stellt WACKER sicher, dass seine Lieferanten nicht gegen die Vorgaben verstoßen?

„WACKER erwartet von seinen wichtigsten Lieferanten einen Nachhaltigkeitsnachweis, sei es durch ein Ecovadis Assessment oder ein TfS Audit. Aktuell sind bereits 92% des Einkaufsvolumens unserer Schlüssellieferanten darüber abgedeckt. In Bezug auf die Assessments sollten dabei mindestens 45 von 100 Punkten erreicht werden, bei den Audits dürfen keine wesentlichen oder kritischen Abweichungen auftreten. Sollte das Ergebnis nicht unseren Erwartungen entsprechen, erarbeiten unsere Einkäufer gemeinsam mit dem Lieferanten entsprechende Korrekturmaßnahmen, um die Nachhaltigkeitsleistung zu steigern. Das Ergebnis dieser Nachhaltigkeitsbewertungen fließt bei WACKER direkt in die jährliche Lieferantenbewertung mit ein, welche dem Lieferanten ein Feedback über die Leistung des vergangenen Jahres gibt. Des Weiteren achtet WACKER auch auf aktuelle News und Vorkommnisse und geht möglichen negativen Nachhaltigkeitsnachrichten bei unseren Lieferanten nach.“

3. Wie geht WACKER mit dem Thema Konfliktmineralien um?

„WACKER nimmt diese Verantwortung sehr ernst, in dem wir unsere Bezugsquellen regelmäßig überprüfen und analysieren. Unter anderem stellen wir jährlich über das aktuellste CMRT Template (Conflict Minerals Reporting Template) sicher, dass nur Mineralien aus legalen Minen, welche sowohl im Hinblick auf Compliance konform sind als auch faire Arbeitsbedingungen vorherrschen, beschafft werden.“

Reduktion von fossilen Rohstoffen als Hauptziel

Neben dem Engagement im Lieferkettenmanagement spart WACKER durch die integrierte Verbundproduktion und den zusätzlichen Einsatz nachwachsender Rohstoffe mittels Massenbilanzverfahren Ressourcen ein:

Mit der hochintegrierten Verbundproduktion an den großen Produktionsstandorten Burghausen, Nünchritz, Charleston und Zhangjiagang hat WACKER eine einzigartige Produkt- und Produktionsstrategie zur Energie- und Ressourceneinsparung durch die Schließung von Produktionskreisläufen geschaffen. Diese Integration von Umweltschutz in den Produktionsprozess umfasst:

  • Energetische Verbundlösungen, bei denen das Prinzip der Weiterverwendung von Abwärme aus der Produktion für nachfolgende chemische Prozesse Anwendung findet.
    Beispiele: Dampferzeugung durch Abwärme, Vorwärmung von Rohwasser für die Herstellung von vollentsalztem (VE-) Wasser
  • Stoffliche Verbundsysteme, bei denen im Prozess anfallende Nebenprodukte in Stoffkreisläufen zur Rohstoffeinsparung genutzt werden, indem sie entweder aufbereitet und in den Produktionskreislauf zurückgeführt oder als Rohstoff anderen Prozessen zugeführt werden.
    Beispiele: Chlorwasserstoff- und Siliciumverbund, Essigsäureverbund

Wir arbeiten permanent daran, den Verbund zu optimieren. Zudem analysieren und testen wir Ansätze einer erweiterten Zirkulärwirtschaft, um Stoffe unserer Kunden, Partner und Lieferanten zusammen mit WACKER-Stoffen im Kreislauf zu führen.

67 Prozent* der Produkte von WACKER basieren auf anorganischen Rohstoffen (primärer Rohstoff für Siliziummetall ist Quarzsand); 26 Prozent* basieren auf organischen Rohstoffen (Ethylen und Methanol genauso wie ihre nachgelagerten Produkte Essigsäure und Vinylacetat). Der Anteil der erneuerbaren Inhaltsstoffe unserer BIOSOLUTIONS-Produkte liegt sogar bei fast 50 Prozent*. Mit dem zusätzlichen Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen mittels Massenbilanzverfahren unterstützen wir die Reduktion von fossilen Rohstoffen und Treibhausgasemissionen innerhalb unserer vollständig integrierten Produktion („Verbund“).

*Basierend auf Verkäufen

Tools zur Analyse von Nachhaltigkeitsaspekte entlang der Wertschöpfungskette

Ressourcenschutz ist bei WACKER in vielen weiteren Prozessen integriert:

Das Tool WACKER ECOWHEEL® hilft uns, positive und negative Aspekte über den gesamten Produktlebenszyklus darzustellen und bildet somit eine gute Basis für die aufwändigere PARC-Bewertung im Rahmen von WACKER Sustainable Solutions.

Mit WACKER Sustainable Solutions initiierte WACKER ein Programm zur Produktportfoliobewertung, dass uns Hinweise auf Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen für unsere Produkte liefert. Evaluiert werden der gesamte Lebenszyklus eines Produktes, seine konkrete Anwendung und regionale Besonderheiten. Dazu fassen wir Produkte oder Produktgruppen zunächst in sogenannte PARCs zusammen. PARC steht für

  • ein Produkt
  • eine Anwendung
  • eine Region
  • in Kombination (engl. Combination)

Alle Produkte werden nach der Erfüllung von Nachhaltigkeitskriterien eingestuft.

WACKER nutzt Ökobilanzen zur Ermittlung von Umweltauswirkungen eines Produktes entlang des Lebenszyklus. Das Ergebnis unserer Ökobilanzen wird in standardisierten Auswirkungskategorien dargestellt. Dazu gehören: das globale Erwärmungspotenzial, der Ressourcenverbrauch, das Ozonabbau- sowie das Versauerungspotenzial. Mit der Ökobilanzierung möchten wir den Lebenszyklusgedanken bei WACKER stärker verankern.

Konkrete Beispiele zum Ressourcenschutz

WACKER versorgt die Solarindustrie mit hochreinem Polysilicium und leistet so einen Beitrag, CO2 bei der Stromerzeugung einzusparen. Als einer der weltweiten Hauptlieferanten von Polysilicium zur Herstellung von Solarmodulen unterstützen wir den Umstieg auf erneuerbare Energien. Der Solarstrom aus Solaranlagen, für die wir im Jahr 2017 Polysilicium zugeliefert haben, wird über die Lebensdauer dieser Anlagen (30 Jahre) im Vergleich zum aktuellen nationalen Strommix rund 466 Mio. Tonnen CO2 einsparen. (Zum Vergleich: Dies entspricht nahezu den jährlichen CO2-Emissionen von Brasilien, die im Jahr 2017 bei 493 Mio. Tonnen lagen.) Diese Ermittlung basiert auf dem Standard „Addressing the Avoided Emissions Challenge“ des WBCSD (World Business Council for Sustainable Development).

Im Baubereich trägt die Einsparung von Sand und Zement durch moderne polymere Bindemittel zur Reduktion von Ressourcen bei.

Erfahren Sie hier mehr über die Nachhaltigkeitsstrategie SustainaBalance® und den Handlungsplan bis 2030 von WACKER!

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