WACKER steigert Umsatz und Ertrag gegenüber dem Vorquartal

  • KONZERNUMSATZ DES 2. QUARTALS 2013 LIEGT MIT 1,15 MRD. € UM 7 PROZENT ÜBER DEM 1. QUARTAL 2013 UND UM 6 PROZENT UNTER VORJAHR
  • EBITDA ÜBERTRIFFT IM BERICHTSQUARTAL MIT 188 MIO. € DAS VORQUARTAL UM 14 PROZENT, BLEIBT ABER PREISBEDINGT 22 PROZENT UNTER VORJAHR
  • PERIODENERGEBNIS DES 2. QUARTALS BETRÄGT 15 MIO. €
  • CHEMIEGESCHÄFT IM UMSATZ DANK HÖHERER ABSATZMENGEN UM 2 PROZENT ÜBER VORJAHR, EBITDA UM 4 PROZENT HÖHER ALS VOR EINEM JAHR
  • POLYSILICIUMGESCHÄFT IM VERGLEICH ZUM VORJAHR PREISBEDINGT MIT DEUTLICH NIEDRIGEREM UMSATZ UND ERTRAG
  • PROGNOSE KONKRETISIERT: IM GESAMTJAHR 2013 KONZERNUMSATZ VON ETWA 4,5 MRD. € ERWARTET, EBITDA WEGEN NIEDRIGERER PREISE FÜR POLYSILICIUM UND HALBLEITERWAFER VORAUSSICHTLICH UNTER VORJAHR

München, 30.07.2013

Die Wacker Chemie AG hat von April bis Juni 2013 ihr Geschäft gegenüber dem Vorquartal ausgebaut. Der Hauptgrund dafür ist die gestiegene Nachfrage in den Chemiebereichen. In vielen Geschäftsfeldern fielen die Absatzmengen höher aus als im 2. Quartal 2012 und im Vorquartal. Besonders bei Produkten für die Bauindustrie hat die Nachfrage saisonal bedingt stark angezogen. Sowohl der Umsatz als auch die Ertragszahlen des Münchner Chemiekonzerns waren höher als im 1. Quartal 2013. Die Werte des Vorjahresquartals hat WACKER jedoch wie schon erwartet nicht erreicht. WACKER erzielte von April bis Juni 2013 Umsatzerlöse von 1.150,3 Mio. € (Vj. 1.222,5 Mio. €). Das sind knapp 6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Das niedrige Preisniveau bei Solarsilicium und Halbleiterwafern ist der wesentliche Grund dafür, dass der Umsatz des 2. Quartals 2012 nicht erreicht worden ist. Gegenüber dem Vorquartal (1.076,3 Mio. €) ist der Umsatz dagegen um rund 7 Prozent gewachsen.

Der WACKER-Konzern erzielte im 2. Quartal 2013 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 188,2 Mio. € (Vj. 242,1 Mio. €). Das sind rund 22 Prozent weniger als vor einem Jahr, aber gut 14 Prozent mehr als im Vorquartal (164,5 Mio. €). Die EBITDA-Marge des 2. Quartals 2013 liegt bei 16,4 Prozent nach 19,8 Prozent im 2. Quartal 2012 und 15,3 Prozent im 1. Quartal 2013. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) summiert sich von April bis Juni 2013 auf 52,5 Mio. € (Vj. 111,9 Mio. €). Die EBIT-Marge liegt entsprechend bei 4,6 Prozent (Vj. 9,2 Prozent). Das Periodenergebnis des Berichtsquartals beläuft sich auf 15,1 Mio. € (Vj. 61,1 Mio. €) und das Ergebnis je Aktie beträgt 0,27 € (Vj. 1,19 €).

Die Ergebnisentwicklung des WACKER-Konzerns war im Zeitraum April bis Juni erneut maßgeblich geprägt vom niedrigen Preisniveau für Polysilicium. Die Preise für Solarsilicium lagen im Berichtsquartal etwa ein Drittel unter dem Vorjahreswert. Bei Halbleiterwafern waren die Preise um etwa 10 Prozent niedriger als im 2. Quartal 2012. Dagegen war das EBITDA der drei Chemiebereiche mit 116,6 Mio. € (Vj. 112,3 Mio. €) in der Summe um knapp 4 Prozent höher als vor einem Jahr. Gegenüber dem 1. Quartal 2013 (96,3 Mio. €) beträgt das Plus 21 Prozent. Der Zuwachs ist in erster Linie das Ergebnis höherer Absatzmengen, die zum Teil auch saisonal bedingt sind. Im EBITDA des Berichtsquartals sind 23,8 Mio. € (Vj. 19,4 Mio. €) an einbehaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen aus auf-gelösten Verträgen mit Polysiliciumkunden enthalten.

Für das Gesamtjahr 2013 hat WACKER seine Umsatzprognose konkretisiert. Das Unternehmen rechnet mit einem Konzernumsatz von rund 4,5 Mrd. € (Vj. 4,63 Mrd. €). Das EBITDA des Geschäftsjahres 2013 wird unverändert unter dem Wert des Vorjahres (787 Mio. €) erwartet.

„WACKER hat die erste Hälfte des laufenden Geschäftsjahres angesichts des nach wie vor schwierigen Markt- und Wettbewerbsumfelds mit zufriedenstellenden Ergebnissen abgeschlossen“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl am Dienstag in München. „Unsere Chemiebereiche haben sich von April bis Juni weiter gut entwickelt. Eine Herausforderung bleiben das niedrige Preisniveau und die handelspolitischen Risiken im Polysiliciumgeschäft. Im Solarstreit zwischen der Europäischen Union und China ist jetzt ein Kompromiss gefunden. Sollte diese Lösung so zustande kommen, dann könnte das der Startschuss sein für einen weiteren weltweiten Aufschwung der Photovoltaik.“

Regionen

Asien war im Berichtsquartal erneut der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt für die Produkte von WACKER. Der Konzern erzielte dort von April bis Juni 2013 Umsatzerlöse von 448,3 Mio. € (Vj. 489,3 Mio. €). Das sind rund 8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Besonders die Nachfrage nach den Chemieprodukten von WACKER hat im 2. Quartal weiter zugenommen. Höhere Umsätze im Chemiegeschäft konnten aber den Preisverfall bei Polysilicium und Halbleiterwafern nicht ausgleichen. Gegenüber dem Vorquartal (434,7 Mio. €) hat WACKER seinen Umsatz in der Region Asien um 3 Prozent gesteigert.

In der Region Europa hat WACKER von April bis Juni 2013 einen Umsatz von 289,2 Mio. € (Vj. 292,2 Mio. €) erwirtschaftet und damit das Niveau des Vorjahres nahezu erreicht. Während die Chemiebereiche ihren Umsatz steigern konnten, lag das Geschäft mit Halbleiterwafern und Polysilicium, vor allem preisbedingt, deutlich unter den jeweiligen Vorjahreswerten. Auch die allgemein schwache Konjunktur hat die Geschäftsentwicklung in Europa gebremst. Verglichen mit dem Vorquartal (256,7 Mio. €) ist der Konzernumsatz in dieser Region um knapp 13 Prozent gewachsen.

In Deutschland hat vor allem die fortschreitende Verlagerung der Solarindustrie nach Asien die Umsatzentwicklung gebremst. WACKER hat hierzulande im 2. Quartal 2013 einen Umsatz von 164,7 Mio. € (Vj. 173,0 Mio. €) erwirtschaftet. Das sind knapp 5 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, aber 3 Prozent mehr als im Vorquartal (159,9 Mio. €).

In der Region Amerikas blieb der Umsatz mit 201,9 Mio. € (Vj. 224,4 Mio. €) um 10 Prozent unter Vorjahr. Deutlich niedrigere Umsätze mit Halbleiterwafern hatten den größten Anteil an diesem Rückgang. Den Wert des Vorquartals (183,7 Mio. €) hat WACKER aber um rund 10 Prozent übertroffen.

In den unter „Übrige Regionen“ zusammengefassten Märkten beliefen sich die Umsätze im 2. Quartal 2013 auf 46,2 Mio. € (Vj. 43,6 Mio. €). Das ist ein Plus von 6 Prozent und 12 Prozent mehr als im Vorquartal (41,3 Mio. €). In der Summe erwirtschaftete der WACKER-Konzern im 2. Quartal 2013 rund 86 Prozent (Vj. 86 Prozent) seiner Umsatzerlöse mit Kunden außerhalb von Deutschland.

Investitionen und Netto-Cashflow

Im 2. Quartal 2013 hat der WACKER-Konzern 131,3 Mio. € (Vj. 244,9 Mio. €) in den Ausbau seiner Produktionsanlagen investiert. Das sind projektbedingt gut 46 Prozent weniger als im Vorjahr.

Den Schwerpunkt der Investitionen bildete weiterhin der Aufbau des neuen Polysiliciumstandortes Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. Rund zwei Drittel der Investitionen des Konzerns gingen im Berichtsquartal in dieses Projekt. Mitte April hat WACKER am chinesischen Standort Nanjing eine neue Produktionsanlage für Vinylacetat-Ethylen-Copolymer(VAE)-Dispersionen offiziell in Betrieb genommen. Mit den zusätzlichen 60.000 Tonnen aus der zweiten Reaktorlinie hat WACKER in China seine Produktionskapazitäten für VAE-Dispersionen auf insgesamt 120.000 Jahrestonnen verdoppelt. Außerdem errichtet WACKER im Werk Nanjing derzeit eine neue Anlage zur Herstellung von Polyvinylacetat-Festharzen. Die Anlage hat eine Jahreskapazität von 20.000 Tonnen. Sie soll gegen Ende dieses Jahres in Betrieb gehen. Die Investitionen für beide Projekte belaufen sich insgesamt auf rund 40 Mio. €.

WACKER hat von April bis Juni 2013 einen deutlich positiven Netto-Cashflow erwirtschaftet. Er belief sich auf 65,1 Mio. € (Vj. -156,9 Mio. €). Deutlich höhere Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft und die niedrigeren Investitionen sind die wesentlichen Gründe dafür, dass der Netto-Cashflow um gut 220 Mio. € besser ausgefallen ist als vor einem Jahr.

Mitarbeiter

Die Beschäftigung im Unternehmen blieb im Berichtszeitraum gegenüber dem Ende des 1. Quartals nahezu unverändert. Zum Stichtag 30. Juni 2013 waren weltweit insgesamt 16.203 (31.03.2013: 16.248) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei WACKER tätig. An den Standorten in Deutschland waren zum 30. Juni 2013 12.501 (31.03.2013: 12.587) Beschäftigte tätig, an den internationalen Standorten waren es 3.702 (31.03.2013: 3.661) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Geschäftsbereiche

WACKER SILICONES hat im 2. Quartal 2013 einen Gesamtumsatz von 437,2 Mio. € (Vj. 422,9 Mio. €) erwirtschaftet. Das sind gut 3 Prozent mehr als vor einem Jahr und knapp 9 Prozent mehr als im Vorquartal (402,1 Mio. €). Der Geschäftsbereich hat seine Absatzmengen im Berichtsquartal in allen wesentlichen Produktgruppen ausgeweitet. Das EBITDA von WACKER SILICONES belief sich im Berichtszeitraum auf 66,3 Mio. € (Vj. 59,9 Mio. €). Damit liegt es um knapp 11 Prozent über dem Niveau des Vorjahres und um gut 23 Prozent über dem Wert des Vorquartals (53,7 Mio. €). Für das 2. Quartal 2013 errechnet sich eine EBITDA-Marge von 15,2 Prozent nach 14,2 Prozent im Vorjahr und 13,4 Prozent im 1. Quartal 2013. Unter anderem haben höhere Absatzmengen und eine gute Fixkostenabdeckung infolge der hohen Anlagenauslastung den Ertrag des Geschäftsbereichs positiv beeinflusst.

WACKER POLYMERS hat von April bis Juni 2013 einen Gesamtumsatz von 273,4 Mio. € (Vj. 276,1 Mio. €) erzielt. Dieses Minus von einem Prozent ist in erster Linie auf etwas niedrigere Preise als vor einem Jahr zurückzuführen, die der Geschäftsbereich durch höhere Absatzmengen nicht vollständig ausgleichen konnte. Gegenüber dem Vorquartal (226,7 Mio. €) ist der Umsatz um knapp 21 Prozent gewachsen. Hier hat WACKER POLYMERS nach dem langen Winter in Europa von einer deutlich steigenden Nachfrage seiner Kunden aus der Baubranche profitiert. Das EBITDA des Geschäftsbereichs belief sich im Berichtsquartal auf 44,4 Mio. € (Vj. 45,3 Mio. €). Das sind knapp 2 Prozent weniger als im 2. Quartal 2012, aber um 24 Prozent mehr als im Vorquartal (35,7 Mio. €). Der deutliche Ergebnisanstieg im Quartalsvergleich resultiert vor allem aus den höheren Absatzmengen. Für die drei Monate von April bis Juni 2013 errechnet sich eine EBITDA-Marge von 16,2 Prozent (Vj. 16,4 Prozent). Im 1. Quartal 2013 hatte die EBITDA-Marge 15,7 Prozent betragen.

WACKER BIOSOLUTIONS erwirtschaftete von April bis Juni 2013 einen Gesamtumsatz von 40,5 Mio. € (Vj. 40,1 Mio. €). Der Geschäftsbereich lag damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres und des Vorquartals (40,5 Mio. €). Zuwächse gab es im Jahresvergleich bei Produkten für landwirtschaftliche und medizinische Anwendungen. Das EBITDA von WACKER BIOSOLUTIONS verringerte sich im 2. Quartal 2013 um 1,2 Mio. € auf 5,9 Mio. € (Vj. 7,1 Mio. €). Im Vergleich zum 1. Quartal 2013 (6,9 Mio. €) ist das EBITDA des Berichtsquartals um 1,0 Mio. € zurückgegangen. Für das 2. Quartal 2013 er-rechnet sich eine EBITDA-Marge von 14,6 Prozent nach 17,7 Prozent im Vorjahr und 17,0 Prozent im Vorquartal.

In einem nach wie vor herausfordernden Marktumfeld, das geprägt ist von der anhaltenden Konsolidierung in der gesamten Solarbranche und handelspolitischen Risiken hat WACKER POLYSILICON von April bis Juni 2013 einen Gesamtumsatz von 203,3 Mio. € (Vj. 286,8 Mio. €) erzielt. Das sind 29 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Hauptgrund für diesen Rückgang sind die im Jahresvergleich um etwa ein Drittel niedrigeren Preise für Solarsilicium. Gegenüber dem Vorquartal (235,4 Mio. €) ist der Umsatz um knapp 14 Prozent zurückgegangen. Hier hat sich vor allem ausgewirkt, dass wegen der geringeren Bestellungen die sehr hohen Absatzmengen des 1. Quartals nicht erreicht worden sind. Befürchtungen, dass China Strafzölle auf im Ausland produziertes Polysilicium möglicherweise auch rückwirkend einführen könnte, hatten dazu geführt, dass im 2. Quartal weniger Mengen abgenommen wurden als im Vorquartal. Die Preise für Polysilicium blieben im Quartalsvergleich stabil, allerdings auf einem niedrigen Niveau. Das EBITDA von WACKER POLYSILICON ist im Jahresvergleich wegen der niedrigeren Preise für Solarsilicium um knapp 47 Prozent zurückgegangen. Es sank auf 64,0 Mio. € (Vj. 120,3 Mio. €). Darin enthalten sind 23,8 Mio. € (Vj. 19,4 Mio. €) an einbehaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen aus aufgelösten Verträgen mit Polysiliciumkunden. Im Vorquartal hatte der Geschäftsbereich hier 32,2 Mio. € vereinnahmt. Gegenüber den ersten drei Monaten des laufenden Jahres (52,5 Mio. €) hat WACKER POLYSILICON sein EBITDA um gut 22 Prozent gesteigert. Hier hat sich unter anderem positiv ausgewirkt, dass die Anlagen im Vergleich zum Vorquartal höher ausgelastet waren. Die EBITDA-Marge des Geschäftsbereichs lag im 2. Quartal 2013 bei 31,5 Prozent nach 41,9 Prozent im 2. Quartal 2012 und 22,3 Prozent im 1. Quartal 2013.

Siltronic hat im 2. Quartal 2013 einen Gesamtumsatz von 200,1 Mio. € (Vj. 247,4 Mio. €) erwirtschaftet. Das sind 19 Prozent weniger als im 2. Quartal 2012. Vor allem die im Jahresvergleich niedrigeren Preise für Siliciumwafer sind der Grund für diesen Rückgang. Im Vergleich zum Vorquartal (171,2 Mio. €) hat sich der Umsatz um 17 Prozent erhöht. Hier hat sich vor allem die spürbar stärkere Kundennachfrage ausgewirkt. Im Vergleich zum Vorquartal sind die Absatzmengen deutlich gewachsen. Obwohl die Preise für Siliciumwafer deutlich niedriger waren als vor einem Jahr, hat Siltronic im Zeitraum April bis Juni ein positives EBITDA erzielt. Hier kommen die Verbesserungen bei den Herstellungskosten zum Tragen, die Siltronic gegenüber dem Vorjahr erzielt hat. Währungseffekte aus dem schwächeren US-Dollar und Yen haben dagegen die Ergebnisentwicklung zurückgehalten. Insgesamt erzielte der Geschäftsbereich im Zeitraum April bis Juni 2013 ein EBITDA in Höhe von 9,1 Mio. € (Vj. 13,0 Mio. €). Das sind 3,9 Mio. € weniger als vor einem Jahr, aber 8,4 Mio. € mehr als im Vorquartal (0,7 Mio. €). Für den Zeitraum April bis Juni 2013 errechnet sich eine EBITDA-Marge von 4,5 Prozent nach 5,3 Prozent im Vorjahr und 0,4 Prozent im 1. Quartal 2013.

Ausblick

Die Auftriebskräfte für die Weltwirtschaft werden im weiteren Jahresverlauf 2013 voraussichtlich etwas an Fahrt gewinnen, aber regional weiter recht unterschiedlich bleiben. Die Risiken aus der Schulden- und Finanzkrise in den USA und Europa für den Welthandel und die Konjunktur bestehen unverändert fort.

Die Geschäftsstrategie von WACKER wird in diesem und in den kommenden Jahren von drei Faktoren geprägt sein: Expansion in aufstrebenden Märkten und Regionen, Innovationen, sowie Substitution von etablierten Marktangeboten durch WACKER-Produkte.

WACKER legt in diesem Jahr einen besonderen Schwerpunkt auf die Steuerung seiner Ressourcen. Mit einem ambitionierten Kostenprogramm in allen Geschäftsfeldern will WACKER im laufenden Geschäftsjahr rund 200 Mio. € einsparen. Neben spezifischen Maßnahmen in den Geschäftsbereichen Siltronic und WACKER POLYSILICON ist dabei auch das so genannte Wacker Operating System (WOS) ein wichtiges Instrument. WOS ist ein Programm, mit dem WACKER seine Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette in der Chemie kontinuierlich erhöht.

WACKER wird in diesem Jahr rund 550 Mio. € investieren. Dieser Betrag entspricht in etwa der Höhe der jährlichen Abschreibungen. Er wird voraussichtlich nicht in vollem Umfang aus dem zu erwartenden Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit gedeckt werden können. Die Nettofinanzverbindlichkeiten werden im Laufe des Jahres weiter zunehmen. Ziel ist es dabei, die Schwelle von einer Mrd. € bis zum Jahresende nicht zu überschreiten. Der Netto-Cashflow wird im Jahr 2013 negativ bleiben. Das Minus wird aber deutlich geringer sein als im Vorjahr.

In seinen mittelfristigen Zielen bis zum Jahr 2017, die der Vorstand auf dem Capital Markets Day Anfang Juli in London vorgestellt hat, geht WACKER für die kommenden Jahre von einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von etwa 6 Prozent pro Jahr aus. Bis zum Jahr 2017 soll der Umsatz auf ein Niveau von 6 Mrd. € bis 6,5 Mrd. € steigen. Das EBITDA des Konzerns soll im gleichen Zeitraum mit etwa 9 Prozent wachsen und 2017 etwa 1,2 Mrd. € erreichen. Das entspricht einer EBITDA-Marge von rund 20 Prozent. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) soll dann über elf Prozent betragen.

Zur Mitte des Jahres 2013 hat der Vorstand seine Prognose für den Umsatz im Gesamtjahr konkretisiert. Auf der Basis der im Bericht zum 1. Quartal 2013 getroffenen Prämissen zu Energie- und Rohstoffkosten, Personalaufwendungen und Wechselkurseffekten erwartet das Unternehmen für das Gesamtjahr 2013 einen Konzernumsatz in Höhe von rund 4,5 Mrd. € (Vorjahr 4,63 Mrd. €). Voraussetzung dafür ist, dass es zu keiner Eskalation im Handelsstreit um chinesische Solarprodukte kommt. Dieser Prognose liegen niedrigere Preise vor allem für Polysilicium und Halbleiterwafer zugrunde. Für seine Chemiebereiche rechnet WACKER im Gesamtjahr mit höheren Umsätzen wegen steigender Absatzmengen bei gleichzeitig niedrigeren Preisen. Insgesamt werden niedrigere Preise den Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr um voraussichtlich etwa 350 Mio. € mindern.

Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wird im Jahr 2013, wie schon im Geschäftsbericht 2012 prognostiziert, unter dem Vorjahresniveau bleiben. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Preise für Solarsilicium und Halbleiterwafer. Das EBITDA der Chemiebereiche soll im Vergleich zu den Vorjahreswerten leicht steigen. WACKER POLYSILICON plant für 2013 einen substanziellen EBITDA-Beitrag, der aber auf Basis der vom Geschäftsbereich zugrunde gelegten Polysiliciumpreise das Niveau des Vorjahres nicht erreicht. Bei Siltronic zeigt sich aus heutiger Sicht keine wesentliche Verbesserung des EBITDA im Vergleich zum Vorjahr.

Beim Konzernjahresüberschuss gehen die Planungen von WACKER bei gegenüber dem Vorjahr steigenden Abschreibungen und einem höheren negativen Finanzergebnis unverändert von einem leicht positiven Jahresergebnis aus.

Hinweis für die Redaktionen: Der Bericht zum 2. Quartal 2013 steht auf den Internet-Seiten von WACKER (www.wacker.com) unter Investor Relations zum Download zur Verfügung.

Eckdaten WACKER-Konzern
Mio. € Q2 2013 Q2 2012 Veränd.
in %
Umsatz 1.150,3 1.222,5 -5,9
EBITDA 188,2 242,1 -22,3
EBITDA-Marge % 16,4 19,8 -
EBIT 52,2 111,9 -53,1
EBIT-Marge % 4,6 9,2 -
 
Finanzergebnis -21,1 -14,9 41,6
Ergebnis vor Ertragsteuern 31,4 97,0 -67,6
Periodenergebnis 15,1 61,1 -75,3
 
Ergebnis je Aktie in € 0,27 1,19 -77,3
 
Investitionen (inkl. Finanzanlagen) 131,1 244,9 -46,4
Netto-Cashflow 65,1 -156,9 n.a.
 
Mio. € 30.06.2013 30.06.2012 31.12.2012
Eigenkapital 2.196,0 2.214,9 2.121,3
Finanzverbindlichkeiten 1.468,0 1.114,0 1.197,2
Nettofinanzverbindlichkeiten 820,0 316,0 700,5
Bilanzsumme 6.633,4 6.604,9 6.492,8
 
Mitarbeiter (Anzahl am Stichtag) 16.203 16.759 16.292

Diese Presseinformation enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung von WACKER beruhen. Obwohl wir annehmen, dass die Erwartungen dieser vorausschauenden Aussagen realistisch sind, können wir nicht dafür garantieren, dass die Erwartungen sich auch als richtig erweisen. Die Annahmen können Risiken und Unsicherheiten bergen, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den vorausschauenden Aussagen abweichen. Zu den Faktoren, die solche Abweichungen verursachen können, gehören u. a.: Veränderungen im wirtschaftlichen und geschäftlichen Umfeld, Wechselkurs- und Zinsschwankungen, Einführung von Konkurrenzprodukten, mangelnde Akzeptanz neuer Produkte oder Dienstleistungen und Änderungen der Geschäftsstrategie. Eine Aktualisierung der vorausschauenden Aussagen durch WACKER ist weder geplant noch übernimmt WACKER die Verpflichtung dafür.

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