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Zementäre Abdichtsysteme im Test: Rissüberbrückung schlägt Reißdehnung

Um Bauwerke langfristig vor Wasser zu schützen, müssen Dichtungsschlämmen so flexibel sein, dass sie Bewegungen im Untergrund ausgleichen und feine Risse sicher überbrücken können. Deshalb werden sie mit VINNAPAS® Dispersionspulvern modifiziert. Aber: obwohl es zahlreiche Testmethoden zur Bestimmung der Flexibilität gibt, liefern nicht alle realitätsnahe Ergebnisse. Schauen wir uns das einmal genauer an!

Üblicherweise wird die Flexibilität von Dichtungsschlämmen mit einem Reißdehnungstest geprüft – einem Standardverfahren, das auch bei elastischen Materialien wie Kautschuk zum Einsatz kommt. Bei diesem Test werden Proben aus der Dichtungsschlämme geschnitten, in eine Prüfmaschine eingespannt und solange gedehnt, bis sie reißen. Das Problem: In der Praxis sind Dichtungsschlämmen nie solchen Dehnungen ausgesetzt. Deshalb bevorzugen wir bei WACKER den Rissüberbrückungstest nach EN 14891.

So funktioniert der Rissüberbrückungstest

Der Rissüberbrückungstest simuliert reale Bedingungen, wie sie in Bauwerken üblicherweise auftreten. Die zementäre Abdichtung wird auf ein mineralisches Substrat aufgetragen und anschließend definierten Zyklen aus Wärme, Kälte und Wasserlagerung ausgesetzt. Nach dieser kontrollierten Alterung wird im Substrat ein Riss erzeugt. Dann wird gemessen, ob die Dichtungsschlämme weiterhin wasserundurchlässig ist.

Erfahren Sie im Video mehr über den Rissüberbrückungstest.

Flexibilität ist längst nicht alles

Bei zementären Abdichtungen ist Flexibilität zwar eine wichtige Eigenschaft – aber letztlich nur Mittel zum Zweck. Entscheidend ist vielmehr die Frage: Kann die Dichtungsschlämme Risse überbrücken und ihre Funktion auch unter Belastung bewahren? Während ein Reißdehnungstest ausschließlich das Dehnvermögen eines einzelnen Materials misst, bewertet der Rissüberbrückungstest die Dichtungsschlämme als Teil eines verarbeiteten Systems. Damit liefert er deutlich verlässlichere Erkenntnisse über das Verhalten unter realen Bedingungen

Reißdehnungstest

Rissüberbrückungstest

„Die Dehnfähigkeit einer isolierten Probe sagt nichts über die tatsächliche Leistungsfähigkeit einer Dichtungsschlämme aus. Der Rissüberbrückungstest dagegen simuliert reale Bedingungen und liefert wesentlich aussagekräftigere Ergebnisse.“
WACKER Experte Malik Jamal Jaffar Ali, Global Segment Manager, WACKER Singapur

Unterschiedliche klimatische Bedingungen stellen unterschiedliche Anforderungen an Dichtungsschlämmen.

Wie universell sind Standardbedingungen?

Der Rissüberbrückungstest nach der europäischen Norm EN 14891 bewertet die Rissüberbrückungsfähigkeit unter Standardbedingungen (23 °C). Das Verfahren lässt sich jedoch problemlos an unterschiedliche Klimazonen anpassen – für Regionen mit extremer Hitze oder Kälte bis hin zu Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit oder Monsunklima.

„Mit dem Rissüberbrückungstest können wir die Rissüberbrückungsfähigkeit unter allen Bedingungen testen. Dadurch ist das Verfahren universell einsetzbar – und besonders interessant für Regionen mit unterschiedlichen Klimaverhältnissen wie im Nahen Osten, Indien und Asien.“
WACKER expert Mohammed Sanaobar, Technical Director, WACKER Middle East

In unseren technischen Kompetenzzentren entwickeln, testen und optimieren wir Kundenformulierungen für regionale und überregionale Märkte.

Lokales Know-how macht den Unterschied

Wer kennt die Bedingungen, denen Dichtschlämmen in verschiedenen Regionen der Welt tagtäglich ausgesetzt sind, besser als die Menschen vor Ort? Unsere Experten der Technischen Kompetenzzentren in Südostasien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Indien und Deutschland verfügen über wertvolles regionales Know-how. Sie kennen die lokalen klimatischen Herausforderungen gut und können die Prüfparameter entsprechend festlegen. So entspricht der Rissüberbrückungstest zwar der europäischen Norm, aber seine Parameter werden an die realen Anforderungen der jeweiligen Märkte angepasst.

„Die klimatischen Bedingungen sind überall auf der Welt unterschiedlich – und nur die Menschen, die vor Ort arbeiten, verstehen, wie sich das auf die Baupraxis auswirkt. Unsere regionalen Teams sorgen dafür, dass der Rissüberbrückungstest exakt auf die tatsächlichen Herausforderungen unserer Kunden abgestimmt ist – überall auf der Welt.“
WACKER Experte Dr. Michael Faatz, Technical Service Manager, WACKER Deutschland

Verbesserte Performance mit VINNAPAS®

Einkomponentige (1K) Abdichtungen, die mit VINNAPAS® Dispersionspulvern modifiziert sind, bestehen den Rissüberbrückungstest nach EN 14891 zuverlässig. Die Polymermodifizierung verbessert die Fähigkeit zur Rissüberbrückung erheblich – die Dichtungsschlämmen können Bewegungen im Substrat besser ausgleichen. Darüber hinaus lassen sich mit VINNAPAS® modifizierte Systeme einfacher anmischen, sie reduzieren den Verpackungsaufwand und tragen so zu einer effizienteren und nachhaltigeren Bauweise bei.

Erfahren Sie mehr über unsere Lösungen für Dichtschlämmen