Bautenschutz - Wacker Chemie AG


Bautenschutz

Ein Garten für die Ewigkeit

Auf dem Gelände des Tempels Ryoan-ji, des „Tempels des zur Ruhe gekommenen Drachen“, zieht ein Zen-Garten täglich Hunderte von Besuchern in seinen Bann. Dieser 284 Quadratmeter große Steingarten in der alten japanischen Kaiserstadt Kyoto zählt seit 1994 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Fünfzehn scheinbar zufällig verteilte Steine, darunter Hornstein und Schiefer, liegen dort in fünf bemoosten Gruppen auf fein säuberlich gerechtem weißen Kies. Erbaut wurde der Garten in der Muromachi-Epoche, wahrscheinlich gegen Ende des 15. Jahrhunderts.

Wind und Wetter seit fünf Jahrhunderten ausgeliefert, zeigten die Steine mittlerweile starke Verwitterungsspuren.

„Wenn verwitterte Natursteine in ihren ursprünglichen natürlichen Zustand bezüglich ihres Aussehens und ihrer Eigenschaften überführt werden sollen, muss ein mineralisches Bindemittel eingesetzt werden“, erklärt der Bautenschutzexperte Dr. Hartmut Ackermann vom Business Team Construction Chemicals bei WACKER SILICONES.

Falls ein zu konservierender Naturstein eine Silikatstruktur aufweist, kann er durch das Einbringen von Alkylsilikaten gehärtet werden. Das enthaltene Silicium wird dabei in die nicht mehr intakte Silikatstruktur eingebaut, womit der Stein seine ursprüngliche Festigkeit zurückerlangt.

Der organische Teil des Härtemittels dampft als Alkohol ab, und ein natürliches und verfestigendes Silikatgerüst baut sich im Stein auf. Es verbleibt keine artfremde Substanz im Stein.

Der berühmte Steingarten auf dem Gelände des Ryoan-ji-Tempels wurde wahrscheinlich gegen Ende des 15. Jahrhunderts erbaut.

Mit heißem Wasser entfernten der japanische Restaurator Terutoshi Ikenoue und sein Team Verschmutzungen, Schimmel und Flechten von den Steinen und trugen anschließend den Steinhärter SILRES® OH 100 tropfenweise auf.

Abschließend wurden die Steine mit SILRES® BS 290 wasserabweisend imprägniert und die Moose zurückverpflanzt.

„Jetzt erstrahlen sie wieder in alter Schönheit“, sagt Terutoshi Ikenoue nicht ohne Stolz.

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Ein Garten für die Ewigkeit (9:18 Min)

Seit über 500 Jahren fasziniert ein Steingarten im japanischen Kyoto die Besucher. Genau so lange waren die Steine aber auch Wind und Wetter ausgesetzt, was immer deutlichere Spuren hinterließ. Um diese zu beseitigen, wurden die Steine nun mit einem Alkylsilikat aus der SILRES®-Produktfamilie von WACKER behandelt.

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Steinhärtung mit organischen Silikatverbindungen

Der ärgste Feind des Steins ist Wasser. Es dringt durch winzige Kanäle ein. Insbesondere Kapillaren, die mit Durchmessern von 0,1 bis 100 Mikrometern deutlich feiner sind als ein menschliches Haar, sorgen für einen effektiven Wassertransport ins Steininnere. Beim Trocknen kann es zur Bildung von größervolumigen Salzen kommen, die den Stein von innen unter Druck setzen oder sich auf der Oberfläche ablagern. Friert das Wasser im Stein, dehnt es sich als Eis aus und sorgt ebenfalls für einen erhöhten Druck von innen. Salz- wie Eisbildung führen zu Mikrorissen, die die Stabilität des Steins verringern. Ganze Stücke platzen ab oder der Stein wird so weich, dass er abgerieben werden kann.

Luftverschmutzung, zum Beispiel durch saure Gase wie Schwefeldioxid, verstärkt die zersetzende Wirkung des Wassers. So können die entstehenden Salze die Oberfläche des Steins verschließen – die dahinter stehende Feuchtigkeit entweicht nicht mehr. Die Wirkung von Frost-Tau-Zyklen verstärkt sich. Pilze und Moose, die auf Steinen wachsen, halten Wasser auf und im Stein, das damit länger seine schadbringende Kraft entfalten kann.

Die Härtung von Steinen setzt an deren chemischer Struktur an: Die meisten Steine ähneln Quarzsand, Siliciumdioxid (SiO2). Dabei verfügt das Siliciumatom über vier kovalente Bindungen zu Sauerstoffatomen. Steine basieren auf einem Silikatgerüst, auf einem Gerüst aus Silicium-Sauerstoff-Verbindungen. Sind die Siliciumatome nicht durch vier Sauerstoffverbindungen fest eingebunden, gibt es sogenannte Fehlstellen in der Steinstruktur.

Durch die oben beschriebenen Alterungsprozesse häufen sich derartige Fehlstellen. Durch das Einbringen von organischen Silikatverbindungen können die Fehlstellen wieder repariert werden. Der Steinhärter OH 100 von WACKER besteht aus einem Silikat, welches Ethylgruppen trägt. Die Flüssigkeit wird direkt auf den gesäuberten Stein aufgetragen und dringt durch Kapillaren in den Stein ein, ebenso wie Luftfeuchtigkeit. In dessen Innerem reagieren dann Steinhärter und Wasser. Alkohol wird während der Reaktion zur Verfestigung abgespalten und verdunstet. Die Siliciumeinheiten füllen die Fehlstellen und führen zur Ausbildung der ursprünglichen Härte des Gesteins. Die Dichte des Steins nimmt zu, ohne jedoch die bauphysikalisch wichtige Atmungsaktivität zu verlieren. Diese Art der Steinhärtung kann ohne Probleme wiederholt werden, wenn sich erneut Alterungsprozesse zeigen. Damit es nicht mehr so schnell zu Alterungs-prozessen kommt, sollte ein gehärteter Stein außerdem hydrophobierend imprägniert werden, damit Wasser kaum mehr eine Chance bekommt, in den Stein einzudringen und Schaden anzurichten.