Trocken über Nacht
Wasserabweisende Spezialsilane schützen
die Betondecke des Gotthard-Straßentunnels
Im Gotthard-Tunnel, unter einem gewaltigen Massiv aus Gneis und Granit, reißt der Verkehrsfluss selten ab. Jedes Jahr rollen viele Millionen Lastwagen und Pkws durch den mit 16,9 Kilometern drittlängsten Straßentunnel der Welt. Im Winter tragen sie eine unerwünschte Fracht in das Bauwerk: Salzwasser, das sich an Decke und Wand des Tunnels niederschlägt. Im Lauf der Jahre wandern die Chloride wegen der werkstoffbedingten Porosität des Baustoffs immer weiter ins Innere des Betons. Hat die salzbeladene Feuchtigkeit erst einmal die Stäbe aus Stahl – die sogenannten Armierungseisen – im Innern erreicht, setzt ein gefährlicher Korrosionsprozess ein: Der Beton beginnt zu bröckeln. Dann muss teuer saniert werden.
Exakt um 20 Uhr wurden die Tunneleinfahrten auf beiden Seiten für die Bauarbeiten gesperrt. Um fünf Uhr früh musste der Verkehr wieder rollen.
Exakt um 20 Uhr wurden die Tunneleinfahrten auf beiden Seiten für die Bauarbeiten gesperrt. Um fünf Uhr früh musste der Verkehr wieder rollen.
Der Betreiber des Gotthard-Tunnels, das Schweizer Bundesamt für Straßen (ASTRA) suchte jetzt nach einer Möglichkeit, die besonders stark betroffenen Einfahrten des Bauwerks präventiv vor dem eindringenden Salzwasser zu schützen. Dabei stießen die Straßenbauexperten auf wasserabweisende Spezialsilane von WACKER.
Unter Hochdruck wurde die Silancreme maschinell an die Decke appliziert.
Unter Hochdruck wurde die Silancreme maschinell an die Decke appliziert.
Baustoff bleibt atmungsaktiv
Beim Imprägnieren mit SILRES® BS Creme C wird der Beton mit einem Wirkstoff behandelt, der die Poren zwar belegt und wasserabweisend macht, dabei aber die Diffusionsfähigkeit des Betons erhält. Der Baustoff bleibt atmungsaktiv. Die Silanwirkstoffe sind so konzipiert, dass sie bis zu einer Tiefe von etwa sechs Millimeter vordringen. Dort bilden sie ein Netzwerk, das den Beton auskleidet und salzhaltiges Wasser draußen hält.
7.000 Quadratmeter Deckenfläche mussten in einer einzigen Nacht mit einer feinen Silanschicht imprägniert werden.
7.000 Quadratmeter Deckenfläche mussten in einer einzigen Nacht mit einer feinen Silanschicht imprägniert werden.
Sanierungsarbeiten an vielbefahrenen Infrastrukturbauwerken sind ein Wettlauf gegen die Zeit: Schließlich kann der Gotthard-Tunnel aus verkehrstechnischen Gründen nur kurz gesperrt werden. In einer Nacht mussten 7.000 Quadratmeter Deckenfläche behandelt werden – mittels Tiefenhydrophobierung durch SILRES® BS Creme C kein Problem: „Im Gegensatz zu herkömmlichen flüssigen Produkten wird unsere Creme in einem Arbeitsgang aufgetragen“, erklärt WACKER-Materialexperte Dr. Johannes Ihringer. „Je nach Porosität dringt der Wirkstoff innerhalb kurzer Zeit in den Untergrund ein.“ Das spart Zeit und Kosten – langwierige Fahrbahnsperrungen entfallen.
Auf 750 Meter deckten Maler und Sanierungs-Spezialisten die Fahrbahn an beiden Einfahrten mit Folie ab.
Auf 750 Meter deckten Maler und Sanierungs-Spezialisten die Fahrbahn an beiden Einfahrten mit Folie ab.
Martin Schneider, Verkaufsleiter der Firma Mapei, die auf der Nordseite für die Hydrophobierung des Tunnels zuständig war, ist von der hohen Qualität der SILRES® BS Creme C überzeugt: „Aufgrund der pastösen Konsistenz bleibt die Creme besser auf der Oberfläche hängen, und es kann mehr Material in den Beton eindringen.“
Faszination Chemie - Das WACKER Audio-Magazin