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Jugend für die Haut

Mit 20 schmunzelt man noch, wenn Ältere mit teuren Anti-Falten-Cremes der verfliegenden Jugend ein Schnippchen schlagen wollen. Aber spätestens mit Mitte 30 tauchen im Gesicht die ersten Fältchen auf.
Ein Retinol-Molekül im Hohlraum zweier Cyclodextrin-Moleküle.
Im Laufe der Jahre wird das Collagennetzwerk, das Bindegewebe der Haut, langsam zerstört – es verliert seine stützende Wirkung, die Haut wirft Falten.Beim Abbau des Collagennetzwerks schrumpfen die darin liegenden Zellen, die Fibroblasten.
Sie drosseln ihre Collagenproduktion und erzeugen größere Mengen collagenabbauende Enzyme. Damit verschlechtert sich aber der Zustand der Collagenmatrix noch weiter – ein Teufelskreis, der die Haut immer stärker altern lässt.
Hautcremes, die Retinol in Form eines Cyclodextrin-Komplexes enthalten, verringern nachweislich die Faltentiefe, ohne die Haut zu reizen.
Retinol, die Stammverbindung des Vitamins A, kann diesen Teufelskreis durchbrechen. Die Fibroblasten nehmen Retinol auf und wandeln es in Retinsäure um. Diese aktive Form des Vitamins kurbelt die Collagensynthese an und hemmt die Bildung der collagenabbauenden Enzyme.
Cyclodextrin-Expertin Marlies Regiert und ihre Mitarbeiterin Michaela Kupka im Labor.

Licht und Luft zersetzen Retinol

Allerdings kann Retinol die Haut reizen und wird unter dem Einfluss von Licht und Luft sehr schnell zerstört. Daher griffen die Hersteller von Hautpflegemitteln meist auf Formen des Vitamins zurück, die stabiler und nebenwirkungsärmer, aber auch deutlich weniger wirksam sind.
Das ist jetzt nicht mehr notwendig. Der molekulare Einschluss von Retinol in Cyclodextrin löst die Probleme. Cyclodextrine sind ringförmige Moleküle aus Glucose-Einheiten. Als natürliche Abbauprodukte von Stärke stellt WACKER sie auf biotechnischem Weg aus pflanzlichen Rohstoffen her, Mais oder Kartoffenln. In ihrem Inneren schließen Cyclodextrine andere Substanzen reversibel ein. So können sie Inhaltstoffe binden, Wirkstoffe freigeben und empfindliche Stoffe stabilisieren, zum Beispiel Vitamine oder Co-Enzyme.
Cyclodextrine sind farblose, rieselfähige Pulver, die sich leicht verarbeiten lassen.
Im Fall von Anti-Aging-Präparaten nehmen zwei γ-Cyclodextrinmoleküle ein Retinolmolekül als Gast in ihren Hohlraum auf und schützen es so vor dem Einfluss von Licht und Luft. Unter den auf der Haut herrschenden Bedingungen wird Retinol kontrolliert freigesetzt. Daher gelangt der empfindliche Wirkstoff stets in juveniler Form und auf die Haut – und in Mengen, die keine Hautirritationen auslösen.
Mit diesen retinolhaltigen Hautcremes kann die Kosmetikindustrie nun eine neue Runde im Kampf gegen die Falten einläuten.
Weitere Informationen

Retinol

Retinol (all-trans-Retinol), die Stammverbindung von Vitamin A, ist ein gelber, fester Alkohol. Die Substanz löst sich in Ölen und organischen Lösemitteln; in Wasser ist sie dagegen unlöslich.

Das Retinolmolekül besteht aus einem ringförmigen Gebilde (einem β-Iononring) und einer langen Seitenkette, an deren Ende eine Hydroxylgruppe (OH -Gruppe) sitzt. Die Seitenkette enthält abwechselnd Doppel- und -Einfachbindungen.

Diese Seitenkette macht Retinol sehr empfindlich, vor allem gegenüber Sauerstoff, Säuren, Licht und Wärme. Insbesondere unter Lichteinwirkung wird Retinol rasch oxidiert und damit unwirksam.

Cyclodextrine – Molekulare Zuckertüten

Cyclodextrine zählen zu den Zuckern. Ihre Moleküle bestehen aus mehreren Glucose-Bausteinen (Traubenzucker-Bausteinen), die zu einem Ring verknüpft sind. In allen Cyclodextrinen umschließt der Ring einen Hohlraum, dessen Wände lipophil (fettfreundlich) sind. Der Cyclodextrin-Ring hat eine konische Form; er erinnert an eine Zuckertüte, deren Spitze auf etwa zwei Dritteln der Gesamthöhe abgeschnitten wurde.

Die Größe des Hohlraums hängt davon ab, aus wie vielen Glucose-Bausteinen der Ring besteht. Technisch sind nur drei Ringgrößen – damit auch nur drei Cyclodextrine – von Bedeutung: α-Cyclodextrin (sechs Glucose-Einheiten), β-Cyclodextrin (sieben Glucose-Einheiten) und γ-Cyclodextrin (acht Glucose-Einheiten).

WACKER FINE CHEMICALS stellt diese drei Cyclodextrine großtechnisch in einem umweltverträglichen Verfahren her. Als Ausgangsmaterial dient dabei Maisstärke, also ein nachwachsender Rohstoff. Ein Cyclodextrin-Molekül kann ein anderes Molekül in seinem Hohlraum einschließen, sofern es lipophil ist und von seiner Größe und Gestalt her hineinpasst.

Unter geeigneten Bedingungen kann dieser Gast den Hohlraum wieder verlassen. Dabei erfolgt die Freisetzung des Gastes allmählich, niemals schlagartig; sie wird von Umgebungseinflüssen wie Feuchtigkeit und Temperatur gesteuert.