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Schneller kleben, sicher schäumen

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Schneller kleben, sicher schäumen

Ob feste, elastische Klebefugen oder formstabiler Dämmschaum – α-Silane sind mittlerweile in vielen Bereichen etabliert. Für die Entwicklung der α-Silan-Technologie wurden die WACKER-Forscher Dr. Thomas Kammel, Dr. Wolfram Schindler und Dr. Volker Stanjek mit dem diesjährigen Alexander-Wacker-Innovationspreis ausgezeichnet.
Organofunktionelle GENIOSIL®-α-Silane sind erst seit einigen Jahren großtechnisch herzustellen. Um Größenordnungen reaktiver als die lange bekannten γ-Silane, bilden sie die Basis einer neuen Generation von Dicht- und Klebstoffen, die herkömmlichen Produkten oft überlegen ist.
Dr. Thomas Kammel, Dr. Volker Stanjek, Dr. Wolfram Schindler (oben, von links) mit Dr. Rudolf Staudigl (rechts), Vorsitzender des Vorstands der Wacker Chemie AG, erhielten den Alexander-Wacker-Innovationspreis 2008.

Zukunftstechnologie elastisches Kleben

Gerade bei Kleb- und Dichtstoffen sieht der Preisträger Dr. Wolfram Schindler ein enormes Potenzial, denn: „Wo bis vor kurzem noch genietet, geschweißt oder gelötet wurde, wird heute meist geklebt,“ so Dr. Schindler. Hightech-Klebstoffe bilden nicht nur dauerhafte Verbindungen, sondern halten auch dynamischen Belastungen stand. In der modernen Verkehrstechnik oder beim Bau erdbebensicherer Gebäude sind sie unentbehrlich.
Klassische elastische Kleber enthalten vielfach Polyurethan als reaktives Polymer, das vor allem Festigkeit verleiht. Mit silylierten Polymeren auf α-Silanbasis lassen sich sehr elastische und besonders rasch aushärtende Klebstoffe mit vergleichbaren Eigenschaften formulieren. Zinnhaltige Katalysatoren, die bei Formulierungen anderer silylierter Systeme notwendig sind, sind hier unnötig. WACKER setzt hier vor allem auf α-silanterminierte Polyether (GENIOSIL® STP-E), die einen breiten Spielraum für die Formulierung erlauben. Gleichzeitig vermeidet man damit gesundheitsschädliche Isocyanate, die in Polyurethanen zur Vernetzung vorhanden sind.
Der α-Silanschaum lässt sich gut auftragen.

Schäumen ohne Isocyanat

Das ist vor allem bei Montageschäumen ein wichtiger Aspekt. Diese Schäume gibt es auf jeder Baustelle; sie sind auch bei Heimwerkern zum Abdichten neu eingesetzter Fenster und Türen sehr beliebt. Herkömmliche Schäume auf Polyurethanbasis aber enthalten oft große Mengen an freien (monomeren) Isocyanaten, die Augen und Atemwege reizen, Allergien hervorrufen können und sogar im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen. Der Gesetzgeber hat nun reagiert: Bauschäume auf Polyurethanbasis werden demnächst in eine höhere Gefahrengruppe eingestuft; ihre Anwendungen werden gleichzeitig eingeschränkt. So dürfen sie dann nicht mehr in Selbstbedienung angeboten werden und könnten sogar ganz aus Baumärkten verschwinden. In Zukunft wird man monomere Isocyanatbausteine in solchen Produkten deshalb vermeiden müssen. Dämmschäume auf α-Silanbasis dagegen kommen erstmals ohne Isocyanat aus und zeigen zudem hervorragende Eigenschaften.

Unschädliche Universalsysteme

Die Vorteile von α-Silanen will WACKER nun auch durch Entwicklung von neuen Universalkleb- und dichtstoffen für die Baubranche nutzen, die mehrere herkömmliche Polyurethanprodukte gleichzeitig ersetzen können – bei gleichwertigen oder sogar besseren Produkteigenschaften, und obendrein unschädlich.

Schäumen ohne Isocyanat

Montageschäume gehören zur Grundausstattung jedes Bautrupps und sind auch bei Heimwerkern weit verbreitet. Auf Daumendruck dichten sie neu eingesetzte Türen und Fenster ab. Herkömmliche Dichtungsschäume auf Polyurethanbasis enthalten herstellungsbedingt jedoch oft große Mengen an freiem Isocyanat, genauer: an Diphenylmethan-4,4’-diisocyanat (MDI).

Der A-Effekt - Was steckt dahinter?

α-Silane sind eine spezielle Klasse organofunktioneller Silane mit einer besonderen Molekülstruktur. Die bisher verwendeten und lange bekannten Silane sind γ-Silane. In γ-Silanen ist die reaktive Gruppe X durch eine Brücke aus drei CH2-Gruppen, eine so genannte Propylengruppe, vom Siliciumatom getrennt; bei α-Silanen steht zwischen X und Silicium nur eine einzige CH2-Gruppe, eine Methylengruppe.