SILPURAN® - Wacker Chemie AG


SILPURAN®

Sicher am Tropf

Mit einem Durchflussregulierer im Tropf stellt der behandelnde Arzt die exakte Tropfgeschwindigkeit ein, damit dem Patienten genau die richtige Menge des Wirkstoffs zugeführt wird – weder darf es zu einer Unter- noch einer Überdosierung kommen. Bei der Herstellung dieser medizinischen Geräte sind höchste Sicherheit, Zuverlässigkeit und Präzision gefragt. „Vor gut zwei Jahren haben wir damit begonnen, Siliconkautschuk für medizinische Zwecke im Reinraum zu fertigen“, erzählt Dr. Christoph Briehn, Technical Manager für Medizintechnik bei WACKER SILICONES im Business Team Rubber Solutions.

Über einen Tropf erhält der Patient eine Infusion mit Nährstoff-, Mineral- oder Arzneimittellösungen.

„Hier können wir nicht nur gängige Silicone mit stumpfer Oberfläche herstellen, sondern auch neuartige Elastomere mit geringer Gleitreibung.“ Speziell diese Kunststoffe eröffnen neue Einsatzmöglichkeiten im medizintechnischen Bereich. Ihre Vorteile spielen die reibungsverminderten Siliconelastomere nicht allein beim Anwender, sondern bereits im Produktionsprozess aus. Das Entformen im Spritzguss wird ebenso vereinfacht wie der Zusammenbau mehrerer Teile, zum Beispiel das Durchführen von Schläuchen durch andere Bauelemente.

Reinraum der Wacker Chemie AG in Burghausen, wo Silicone für medizintechnische Verwendungen produziert werden.

Geringere Reibung

Dominique Dupard, Managing Director beim französischen Silicon-Verarbeiter Top Clean Silicone, suchte schon länger nach einem Elastomer, mit dem er den Durchflussregulierer eines medizinischen Tropfs verbessern konnte. „Mit SILPURAN® 6600 haben wir eine Lösung gefunden, mit der wir auf jedwede Schmierung des Ventils verzichten können“, berichtet Dupard. Auch die Entformung nach dem Spritzgießen sei dank der geringen Oberflächenreibung deutlich leichter. Den eigenen Produktionsprozess brauchte Top Clean Silicone für die Verarbeitung dieses reibungsverminderten Silicons nicht zu verändern – es kann wie andere Flüssigsiliconkautschuke im Spritzguss verarbeitet werden

Dichtringe aus SILPURAN® 6600 mit geringer Oberflächenreibung erlauben eine sichere und einfache Regelung der Durchflussmenge und -geschwindigkeit.

Alle erforderlichen Zertifikate

„Um unsere neuen Durchflussregler einem Tropfhersteller anbieten zu können, brauchen wir allerdings nicht nur das Elastomer mit den passenden Eigenschaften. Wir müssen auch mit den entsprechenden Zertifikaten belegen können, dass unsere Materialien den Richtlinien für den Einsatz in der Medizintechnik entsprechen“, erklärt Dominique Dupard. Für die entsprechende Prüfung und Zertifizierung sorgt selbstverständlich WACKER.

SILICONE FÜR DIE MEDIZINTECHNIK

Silicone besitzen Eigenschaften, die sie besonders geeignet für den Einsatz in der Medizintechnik machen:

  • Sie sind chemisch und physiologisch inert, sind also verträglich mit den in der Medizintechnik eingesetzten Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sowie Medikamenten.
  • Aufgrund ihrer guten Hitzebeständigkeit lassen sie sich auf einfache Weise durch Erhitzen sterilisieren. Sie sind zudem bestens geeignet für die Dampf-, Ethylenoxidsterilisation und g-Sterilisation. Selbst unter Sauerstoff-, Ozon- und Strahlungseinwirkung (UV- und Röntgenstrahlung) altern Silicone nur geringfügig.
  • Sie nehmen kein Wasser auf, sind aber durchlässig für Wasserdampf, Luft und andere Gase.
  • Sie sind transparent, erlauben also durchsichtige Materialien; sie lassen sich aber auch gut einfärben, sodass ein fast unbeschränkter Farbraum offensteht.
  • Zusatzstoffe wie organische Weichmacher sind nicht enthalten. Siliconelastomere bestehen ausschließlich aus künstlichen/synthetischen Polymeren und beinhalten daher keine pflanzlichen Proteine, die als Allergieauslöser in Frage kommen könnten.
  • WACKER vermarktet seine Silicone für den medizintechnischen Einsatz unter dem Markennamen SILPURAN®. Sie sind als heißvernetzende Fest- und Flüssigsiliconkautschuke und als raumtemperaturvernetzende Siliconkautschuke erhältlich. Alle Produkte sind nach ausgewählten ISO 10993-Tests und USP Class VI Tests auf ihre Biokompatitbilität geprüft. Bei der Produktion und Verpackung wird größte Sorgfalt darauf verwendet, den striktesten Reinheitsanforderungen gerecht zu werden.

Anwendungen

Derzeit machen Silicone etwa zwei bis drei Prozent der in der Medizintechnik eingesetzten Kunststoffe aus.

Anwendungsbereiche sind:

  • Katheter (Schläuche, Ballon, Schaft)
  • medizinische und pharmazeutische Schläuche, Drainagen
  • Formteile für medizinische Geräte, zum Beispiel Dichtungen, Ventile, Membrane
  • Stopfen für Injektionsflaschen
  • Formteile für pharmazeutische Verpackungen, zum Beispiel Beatmungsmasken/Gesichtsmasken
  • Wundauflagen undNarbenbehandlung
  • Orthopädietechnik: Pelotten, Orthesen, Bandagen und ähnliche
  • Liner für Prothesen