Wertmanagement
Strategisch fixierte Logik
Die Stärken von WACKER liegen in den Innovationen und den neuen Produkten mit hohem Kundennutzen. Dafür wird stetig investiert und somit gleichzeitig ein stabiler, zukunftsfähiger Konzern aufgebaut. Dieser Logik folgend steht WACKER für die langfristige Steigerung des Unternehmenswertes und nicht für kurzfristige Ergebnisverbesserung.
Wachstum bei WACKER soll profitabel sein und mit positivem Cashflow finanziert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, eignet sich eine Strategie, die Business-Einheiten analysiert und nach ihrem Wertschöpfungspotential ausrichtet. Die daraus resultierende Empfehlung für eine Geschäftseinheit kann also folgendermaßen lauten: „Wachsen“, „Profitabel gestalten“, „Halten“ oder „Geschäftslogik prüfen“. An dieser Bewertung errechnen sich die optimalen Budgets für Investitionen, Innovationen, Akquisitionen und Markterschließung. Dieses Vorgehen ist manifestiert in einem hauseigenen Wertmanagement namens „EAGLE“ (Eye at Growing a Longterm Enterprise). Es hilft, profitabler zu wachsen und somit die Rendite zu steigern.
Wie errechnet sich der Unternehmenswert?
Zentrale Mess- und Steuerungsgrößen zur Beurteilung der Wertentwicklung sind der BVC (Business Value Contribution), das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen), der Cashflow und die Kapitalrendite (ROCE - Return on Capital Employed). Die drei Steuerungsgrößen BVC, EBITDA und Cashflow sind gleichgewichtig.
Gemessen wird der Erfolg an dem eingesetzten Kapital über das ROCE. Das gebundene Kapital, kurz CE (Capital Employed), wird ins Verhältnis zum EBIT gesetzt. Einen positiven Wertbeitrag BVC erwirtschaftet WACKER dann, wenn es gelingt, das gebundene Kapital CE höher als den Kapitalkostensatz WACC (Weighted Average Cost of Capital) zu verzinsen. Hierbei handelt es sich um eine unternehmensspezifische ökonomische Messgröße, bei der ein um Sonderfaktoren korrigierter Ertrag vor Steuern und Zinsen ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital gebracht wird.
Wie schafft der Konzern Werte?
Zwei Hebel stehen grundsätzlich für die Wertschaffung zur Verfügung: Die Steigerung der Rentabilität und profitables Kapitalwachstum. Zum einen steigt der Wertbeitrag BVC, wenn die Gesamtkapitalrendite bei konstantem Kapitaleinsatz erhöht wird. Zum anderen steigt der BVC, wenn es gelingt, eingesetztes Kapital mit konstanter Rendite zu verzinsen. Um das bestmögliche Wertwachstum zu erreichen, setzt WACKER beide Hebel ein. Diese ermöglichen es den Mitarbeitern im operativen Tagesgeschäft, ihren jeweiligen Beitrag zum Wertmanagement zu leisten. So wird gewährleistet, dass sich alle Tätigkeiten stets darauf konzentrieren, den Unternehmenswert zu steigern.
Welches Wertschaffungsziel verfolgt WACKER?
WACKER bestimmt sein Wertschaffungsziel auf der Basis von Wettbewerber-Beobachtungen und dem strategischen Potential seiner Geschäftsbereiche. Hierzu wird eine durchschnittliche Umsatzrendite (EBITDA/Umsatz) ermittelt und mit den Geschäftsbereichen als Zielwert vereinbart. Aus dem Zielwert für die Umsatzrendite lässt sich die BVC-Zielvorgabe jedes Geschäftsbereichs und des Konzerns ableiten. Die BVC-Zielvorgabe darf dabei eine Verzinsung des gebundenen Kapitals in Höhe des WACC plus zwei Prozent nicht unterschreiten.
Das ROCE ist von 24,8 im Jahr 2010 auf 18,4 im Geschäftsjahr 2011 gesunken. Das Mindestziel von 14 Prozent, das den Kapitalkosten entspricht, wird damit deutlich überschritten.
Kapitalkosten
|
2011 |
2010 |
2009 |
2008 |
| Risikoloser Zinssatz |
3,8 % |
3,8 % |
3,5 % |
5,0 % |
| Marktprämie |
4,2 % |
4,2 % |
4,5 % |
3,0 % |
| Beta-Faktor |
1,5 % |
1,5 |
1,5 |
1,5 |
| Eigenkapitalkosten nach Steuern |
10,1 % |
10,1 % |
10,3 % |
9,5 % |
| Steuersatz |
30,0 % |
30,0 % |
30,0 % |
35,0 % |
| Eigenkapitalkosten vor Steuern |
14,4 % |
14,4 % |
14,6 % |
14,6 % |
| Fremdkapitalkosten vor Steuern |
5,0 % |
5,0 % |
5,0 % |
5,0 % |
| Tax Shield (30 %) |
1,5 % |
1,5 % |
1,5 % |
1,7 % |
| Fremdkapitalkosten nach Steuern |
3,5 % |
3,5 % |
3,5 % |
3,3 % |
| Anteil Eigenkapital |
90,0 % |
90,0 % |
90,0 % |
90,0 % |
| Anteil Fremdkapital |
10,0 % |
10,0 % |
10,0 % |
10,0 % |
| Kapitalkosten nach Steuern |
9,5 % |
9,5 % |
9,6 % |
8,9 % |
| Kapitalkosten vor Steuern |
13,6 % |
13,6 % |
13,7 % |
13,7 % |